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County Clare – Irlands touristisches Herzstück

Faszination Natur zwischen Burren und Cliffs of Moher

Keine Frage, die Grafschaft Clare steht nicht von ungefähr ganz oben in der Gunst der Irlandfreunde. Das knapp 3.500 Quadratkilometer große County im Westen der Grünen Insel, im irischen „An Clár“ genannt, besticht insbesondere durch zwei einmalige Naturschauspiele:

Eine Besonderheit des Burrens ist der Poulnabrone Dolmen
Eine Besonderheit des Burrens ist der Poulnabrone Dolmen

Die berühmten Cliffs of Moher und den Burren. Letzterer ist als baumlose, steinige Karstlandschaft für eine überaus seltene Flora berühmt. 1.100 Pflanzenarten sind in dem 250 Quadratkilometer großen Nationalpark zu finden. Trotz der steinigen, kargen, windumtosten Flächen finden sich hier auf wundersame Weise Pflanzen aus dem arktischen Raum wie aus der Mittelmeerregion. Wilde Orchideen , Thymian und Pfefferminze gedeihen hier ebenso wie Storchschnabel, Roter Klee, Johanniskraut, Enzian und Schlüsselblumen, die sich durch die Felsspalten schieben.

Der Burren war vor 350 Millionen Jahren der Grund eines warmen, flachen Ozeans. Vor 270 Millionen Jahren pressten tektonische Kräfte den Meeresboden nach oben. Wind, Wasser und die Auswirkungen der Eiszeit verliehen der Landschaft ihre außergewöhnlichen Formen. Eine weitere Besonderheit des Burrens ist der Poulnabrone Dolmen . Das gewaltige Megalithgrab, dessen Alter auf mehr als 4000 Jahre geschätzt wird, verdeutlicht, mit welcher Pracht die prähistorischen Bewohner von Clare ihre Anführer begruben.

Am Rande des Burren befindet sich auch Leamaneh Castle. Das schmucke Schloss besteht aus einem fünfstöckigen Turm aus dem Jahre 1480 und einem in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstandenen vierstöckigen Herrenhaus im Tudorstil. Sehenswert ist zudem die Aillwee Cave .

Die Tropfsteinhöhle in der Nähe von Ballyvaugham wurde 1944 eher zufällig von Schafshirt Jacko McGann entdeckt. Vor Millionen von Jahren hatte ein großer unterirdischer Fluss die Höhle aus dem Kalkstein ausgewaschen. Die Gänge führen mehr als 500 Meter tief in das Innere der Höhle mit dem angeblich größten unterirdischen Höhlensaal der Welt. Einige Stalaktiten – so in der Mud Hall – sind 8.000 Jahre alt. Besondere Bedeutung kam der Entdeckung einer Bärenhöhle mit den Knochen eines Braunbären zu, da Meister Petz in Irland seit mehr als 1000 Jahren ausgestorben ist.

Das zweite faszinierende Naturschauspiel in Clare bilden die spektakulären Cliffs of Moher . Die Klippen erstrecken sich über acht Küstenkilometer und ragen an ihrem höchsten Punkt 230 Meter über dem Meeresspiegel auf. Dunkle, mit Gras bewachsene Plateaus enden hier abrupt in fast senkrecht abfallenden Steilwänden und bieten einen ebenso faszinierenden wie schwindelerregenden Blick in die Tiefe.

Zwischen der brüchigen Kante und dem tosenden Meer liegen nichts als Luft und 200 Meter freier Fall. Unten spritzt die Gischt, in den Felsnischen tummeln sich unzählige Möwen, Dohlen und Lummen, aber auch Sturmtaucher und Papageientaucher sind hier zu finden.

Nur einen Steinwurf von den Cliffs of Moher liegt Doolin, dessen Besuch ein Muss für jeden Musikfan ist. Selbstbewusst tritt das Küstenstädtchen als „Mekka der irischen Musik“ auf. Zahlreiche Musikläden säumen die Straßen.

Ganz im Zeichen der Musik steht auch Milltown Malbay. Alljährlich im Sommer avanciert die Kleinstadt zum Mekka der irischen Folklore. Hier, wo angeblich je Quadratmeile mehr Musiker leben als irgendwo anders auf der Welt, steigt alljährlich das Willie-Clancy-Festival im Gedenken an einen der populärsten Traditionsmusikanten der Region.

Bunratty Castle
Bunratty Castle

Derweil verfügt das kleine Seebad Kilkee über einen mehr als 1,2 Kilometer langen Sandstrand, der von bunt getünchten Häusern gesäumt wird. Bei den Duggerna Rocks haben die Wellen ein natürliches Amphitheater aus den Felsen gespült. Ein Muss ist zudem ein Abstecher nach Bunratty, wo der gleichnamige Folk Park und die Burg darauf warten, entdeckt zu werden.

Der Stammsitz des O’Brien-Geschlechts fungiert tagsüber als Bestandteil des angrenzenden Freilichtmuseums. Doch bei Fackel- und Kerzenlicht verwandelt sich die altehrwürdige Burg allabendlich nach Einbruch der Dunkelheit in ein lebendiges Fenster der Geschichte und vermittelt im Rahmen eines feierlichen Banketts den Eindruck mittelalterlicher Lebensart und irischer Gastfreundschaft.

Der Folk Park selber gilt als Spiegel des irischen Lebens im 19. Jahrhundert und besteht neben dem Castle aus einer historischen Dorfstraße, Farmhäusern, einer Windmühle, einer Schmiede, historischen Geschäften, einem Pub, einer Kirche sowie einer Ausstellung über landwirtschaftliche Arbeitsgeräte.

Craggaunowen Project
Craggaunowen Project

Ein weiterer Höhepunkt eines Clares-Besuches ist fraglos ein Abstecher zum Craggaunowen Project.
Rund um Craggaunoven Castle begann der Archäologe und Kunsthistoriker John Hunt Mitte der 1960er Jahre authentische Behausungen aus vor- und frühchristlichen Zeiten zu errichten. Auch ein Ringfort mit Wall und Rundtürmen fehlt nicht.

Ebenfalls ausgestellt ist das Curragh, ein lederbezogenes Segelboot, mit dem der Entdecker Tim Severin 1976/77 nach Neufundland segelte, um zu beweisen, dass der heilige Brendan auf diese Art und Weise rund 1200 Jahre zuvor Amerika entdeckt haben könnte.

In jedem Fall ein Besuch wert: das Craggaunowen Project.

KTR


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County Clare
Was bedeutet Clare?

Auf gut Irisch spricht man hier vom Chláir, was ganz einfach "das Brett" oder (im übertragenen Sinne) die "flache Ebene" heissen kann. Umgangssprachlich redet man auch von "The Banner County". Dieser Spitzname hat seinen Ursprung in der Tradition, dass Claremen immer reichlich Fahnen in die Schlachten trugen. Bei GAA-Spielen in Croke Park kann man diese Tradition noch erkennen, die unter anderem auch bei der Schlacht von Fontenoy (1745) praktiziert wurde.

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