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Nordirland für Touristen

Häufig gestellte Fragen rund um Urlaub in Irlands Nordosten

Sollte man als Tourist Urlaub in Nordirland machen? Das ist eine Frage, die sich für den echten Irlandkenner eigentlich nicht stellt, aber von vielen Irlandfreunden immer wieder gestellt wird.

Die Basaltsäulen des Giant’s Causeway
Die Basaltsäulen des Giant’s Causeway

Das sich immer noch haltende, aber längst nicht mehr aktuelle Bild der „Unruheprovinz“ Nordirland will nicht sterben. Und so haben viele Urlauber eine Sterbensangst, die Grenze in die „von den Briten besetzten Counties“ zu überqueren. Nur um sie dann in einigen Fällen aus Versehen zu überschreiten … und es nicht einmal zu merken. Lassen Sie uns also gemeinsam der Sache auf den Grund gehen.

Ist Nordirland als Reiseziel überhaupt attraktiv?

Unbedingt – einige der schönsten Gegenden und interessantesten Attraktionen in Irland liegen im Nordosten.

Von den mittelalterlichen Stadtmauern Derrys zu den Basaltsäulen des Giant’s Causeway, von der Kathedralenstadt Armagh bis zu den Glens of Antrim , von den Mourne Mountains bis zum riesigen Lough Neagh.

Angelfans und Bootsfahrer finden ihr Paradies am Lough Erne, kulturell interessierte Menschen zieht es nach Belfast … und wer auf den Spuren der heroischen Stammesfehden der Kelten ist, findet sie etwa im Navan Fort. Weniger heroische Fehden werden dagegen von den Wandbildern etwa in der Falls Road oder Sandy Row zelebriert, heute auch ein Teil des Touristenprogramms.

Sandy Row in Belfast
Sandy Row in Belfast

Wieso eigentlich gibt es den Nordirland separaten Bereich?

Die Geschichte Nordirlands ist unausweichlich mit der Geschichte der irischen Unabhängigkeit (Nordirlandkonflikt) verbunden – erst nachdem sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die sogenannte Home Rule abzeichnete und die vor allem im Norden ansässige „britische“ Minderheit einen Verlust ihrer traditionell besseren Stellung befürchtete, begannen die Bestrebungen, sich auch mit undemokratischen Mitteln dagegen zu wehren.

Es bildeten sich unionistische paramilitärische Gruppen, allen voran die Ulster Volunteer Force. Nach dem Ersten Weltkrieg zeigte sich Irland zunehmend als unregierbar, so dass sich die Briten zum Rückzug aus dem Land entschlossen.

Als Konzession für die unionistischen (und in der Mehrheit protestantischen) Einwohner des Nordostens wurde jedoch ein eigener, im Vereinigten Königreich verbleibender Staat geschaffen – Nordirland, bestehend aus den sechs Counties Armagh, Antrim, Derry , Down, Fermanagh und Tyrone.

Alle Teil der alten Provinz Ulster, allerdings blieben die drei weiteren Ulster Counties Cavan, Donegal und Down beim Freistaat Irland.

„Bürgerkriegsprovinz Ulster“

Nachdem die Situation in Nordirland schon über die Jahrzehnte instabil war, führten die Aktionen der (schnell nationalistisch dominierten) Bürgerrechtsbewegung und die Reaktionen der am Status Quo mehr interessierten Unionisten Ende der 1960er zum offenen Konflikt. Wobei die angeblichen Ordnungshüter der Royal Ulster Constabulary (RUC) offen Partei ergriffen und mit den unionistischen Mobs gemeinsam gegen Nationalisten vorging.

Nach einer Welle von Gewalttätigkeiten entschloss sich die britische Regierung zu radikalen Maßnahmen – Soldaten wurden als Friedenstruppen in den Norden Irlands entsendet. Anfänglich von der nationalistischen Bevölkerungsteilen sogar noch als neue Ordnungsmacht willkommen geheissen, endete diese „Flitterwochen-Periode“ schnell. Die Armee bekam den Ruf einer Besatzungstruppe, nach dem „Bloody Sunday“ in Derry war das Feindbild eindeutig definiert.

Bis in die 1990er Jahre bestand eine immer wieder in offene Gewalt übergehende Konfliktsituation, die vor allem von Terror und Gegenterror definiert wurde. Dabei kam es dann auch nicht nur zu Gewalttaten in Nordirland selber, auch die Republik Irland, Großbritannien und sogar das europäische Festland wurden Austragungsorte dieses makaberen Spiels.

Erst der Mitte der 1990er Jahre einsetzende Friedensprozess, der unter anderem durch US-amerikanische Vermittlung zustande kam und letztlich sogar Sinn Fein und den extremistischen Geistlichen Ian Paisley in eine politische Koalition führten

Die heutige Sicherheitslage in Nordirland

Wie oben schon angedeutet – wer nach Nordirland fährt, dem wird dies auf den ersten Blick gar nicht auffallen. Die schwer befestigten Grenzkontrollpunkte sind schon lange Geschichte und allenfalls die plötzlich anders gestalteten Straßenschilder fallen auf. Allerdings sieht man immer noch gepanzerte Polizeiwagen und es fällt gelegentlich auf, wie schwer bewaffnet der Police Service of Northern Ireland (PSNI) den Dienst versieht.

Für den Touristen allerdings kann Nordirland durchweg als sicher gelten, ein Urlaub hier kann (bis auf wenige, unten detaillierte) Ausnahmen mit einem Urlaub im europäischen oder nordamerikanischen Ausland gleichgestellt werden.

Nordirische Besonderheiten – Worauf der Tourist achten sollte

Einige wenige Verhaltensregeln sollte man als Tourist beherrschen, um seinen Nordirland-Urlaub wirklich ohne jedes Problem zu genießen:

- Konfliktzonen – Mittlerweile werden geführte Touren durch die ehemaligen Hauptkonfliktzonen angeboten und auch auf eigene Faust kann man sich dort problemlos bewegen. Beim Fotografieren sollte man jedoch darauf achten, möglichst offen zu agieren und Personen immer um ihr Einverständnis zu bitten.

- Konfliktpotential – Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Und wer mit einer irischen Trikolore am Revers in eine streng unionistische Kneipe geht, der bekommt nicht den besten Service … man sollte immer vermeiden, potentielle Signale auszusenden. Die jeweiligen Nationalfahnen, aber auch Fussballhemden von Rangers oder Celtic, sind immer mit Konfliktpotential gesegnet. Und wer mit einem in Dublin gekauften IRA T-Shirt durch Belfast rennt, der rennt schnell um seine körperliche Unversehrtheit.

- Konfliktvermeidung – Herumlungernde Gruppen vor allem jüngerer Männer sollte man meiden. Ebenso sollte man es vermeiden, bei einer (mittlerweile seltenen) Polizeikontrolle hektisch und nervös zu reagieren. Absolut vermeiden muss man jede spontane Diskussion mit Unbekannten über Politik, Religion oder unter Umständen auch Fußball.

- Konfliktdeeskalation – Auch wenn die Hardliner auf beiden Seiten nicht unbedingt rationalen Argumenten zugänglich sind, ein guter Ausweg ist immer „der doofe Tourist“. Mit einem deutschen Autokennzeichen etwa kann man auch ohne groteskere Probleme mitten in eine Parade des Orange Order geraten, man wird allenfalls Lacher ernten. Solange man unschuldig-verwirrt genug wirkt.

Ansonsten ist der beste Tipp für Nordirland: Genießen Sie Ihren Urlaub in einer wunderbaren Umgebung!

Nach Nordirland reisen?

Warum nicht? Nordirland hat dem Touristen viel zu bieten und kann Dank der niedrigen Mehrwertsteuer und einem günstigen Wechselkurs derzeit der „Discount-Irlandurlaub“ sein. Ob mit dem Hausboot auf dem Erne, in einem Cottage am Strangford Lough, im Hostel am Giant’s Causeway oder auch in Belfasts Europa-Hotel (komfortabel, zentral und das am meisten von Bomben beschädigte Hotel Europas).

Die Anreise ist über drei Flughäfen (Belfast George Best, Belfast International und Derry) leicht möglich, Fährverbindungen von Großbritannien gibt es nach Belfast und Larne.

Nordirland Video

Wussten Sie... ?

In Nordirland gibt es übrigens die älteste lizensierte Whiskey Brennerei im County Antrim, Bushmills Whiskey. Link: Bushmills Whiskey

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