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IRLAND - unvergessliche Erlebnisse

„It’s a lovely day today, isn’t it?“ hört man als erstes, wenn man einen Iren nach dem Weg fragt; oder von seiner Gastgeberin „It’s a nice, soft day, today“ – ob die Sonne scheint, eine Wolke sich gerade davor schiebt oder es leicht zu regnen anfängt.

Bantry House Irland, Foto: Peter Windhoevel
Bantry House Irland, Foto: Peter Windhoevel

Auch die Dämmerung und Dunkelheit ist ‚soft’. Kann man „The soft darkness of the night“ in unserer Sprache schöner ausdrücken? In dieser Dunkelheit sieht man Sterne, wovon man hier bei uns oft nur träumen kann. Das Wetter ist immer wieder und bei jeder Gelegenheit das Thema ‚Nummer Eins’ in Irland. Über die einmaligen, abwechslungsreichen Landschaften mit ihrem satten Grün schwärmen immer wieder die Reisebroschüren über Irland.

Doch diese Eindrücke und die menschlichen Erlebnisse muss jeder selber für sich „erfahren“.
Für mich sind die Begegnungen mit Iren, ihr tiefsinniger Humor, die liebenswerte Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft unvergesslichen Erlebnisse, „What’s your name?“ wurde meine Begleiterin von einem älteren Iren seinerzeit in einem singing pub in Doleen gefragt. Nachdem er den Namen auch beim dritten mal noch nicht verstanden hatte, meinte er nur: „Oh, dear, you must be far away from home“. Ich musste daraufhin meinen kräftigen Schluck Guinness herausprusten, was die Wolljacke meines Vordermannes voll abbekam. Mit einem ‚Tempo’ wollte ich das abtupfen, woraufhin der Geschädigte lachend meinte: „I don’t mind“!

In den letzten Jahren entdeckte ich mit dem Wohnmobil, in den Anfangsjahren mit Familie im voll gepackten PKW und mit Kamera Land und Leute.
Einen ganz anderen Tagesablauf erwartet einen in jedem Urlaubsland; das ist ja normal. Anders in Irland: Da sind die Tage im Sommer länger (Sonnenuntergang ist erst nach 22 Uhr), man schläft bis weit in den Morgen, frühstückt ausgiebig (Irish Breakfast!!) und spart so das Mittagessen. Nach einem „Pot of Tea“ am Nachmittag, ist man hungrig genug für ein ausgedehntes Dinner. Alles geht viel gemütlicher voran, auf Zeit kommt es nicht an.

Es lohnt, sich in einen Linienbus zu setzen. Im ersten Jahr in Cork hatten wir uns mit den Kindern oben im vorderen Teil eines Doppeldecker gesetzt und für geringe 70 Pence lernten wir die Aussenbezirke kennen. Ein toller Platz für Beobachtungen! Mit welchem Geschick die Zeitungsverkäufer in der Stadt ihre ‚paper’ an wartende Fahrgäste, Passanten und Autofahrer vor Ampeln und im fliessenden Verkehr verkauften. Die Zweige der Bäume am Strassenrand klatschen mächtig gegen die Scheiben. Man erschrickt sich ganz schön!

Eines Morgens, wir waren mit dem PKW unterwegs, nahmen wir eine Anhalterin mit, die bei ihrer Arbeitsstelle im Nachbarort bei der deutschen Firma Liebherr schon um 8 Uhr hätte anfangen müssen. Sie hatte aber kein Fahrzeug und der Bus war halt schon weg!
Sie hatte keine Bedenken, so spät anzufangen, Hauptsache sie fehlt nicht ganz! (Diese Einstellung wird sich im Laufe der Jahre sicher total verändert haben).

Round Circle Drombeg, Foto: Peter Windhoevel
Round Circle Drombeg, Foto: Peter Windhoevel

Bei einer anderen Tour zu Ostern durch die Wicklow Mountains beobachteten wir in Glendalough ein Ehepaar, das versuchte, sein Fahrzeug zu starten. Sie schoben es gemeinsam rückwärts einen kleinen Hügel hinauf, dort setzte er sich rein und sie musste schieben, und das mehrfach. Stotternd und ruckelnd hielt das Fahrzeug jedes Mal wieder an. Glücklich über mein Hilfe – Angebot sollte ich ans Steuer (zum ersten Mal mit Rechtslenkung damals). Mit Schwung und nach Einlegen des 3. Ganges sprang der Motor sofort an…
Am Dienstag nach Ostern stoppte uns früh eine Gruppe Jugendlicher, die ebenfalls ein Fahrzeug – Problem hatten. Sie mussten in einen Nachbar – Ort zur Arbeit. Alle Fünf fanden in unserem voll gepackten VW – Camping – Bus irgendwie noch Platz und sie kamen, wenn auch unpünktlich, an ihrer Arbeitsstelle an. Jeden Tag eine gute Tat…

Die Iren sind nicht nur geprägt von der sich ständig wechselnden Natur, sondern auch von den politischen Erfahrungen, die sie in der Vergangenheit machen mussten. Diese – ihre – Eigenart drücken sie in ihren Lebensgewohnheiten, vor allem in ihrer Musik aus.
Wenn alle Bewohner aus dem Umkreis von mehreren Meilen zu Fuss, per Anhalter, oder mit dem eigenen Wagen Samstag Abend anreisen, sich im Pub in der ‚Lounge’ treffen und lautstark miteinander diskutieren, die Männer beim Bier an der Bar stehen – ihre Begleiterinnen zwischendurch liebevoll mit Getränken versorgend – wird zum „Sing along“ gerufen. Einer findet sich immer, der Akkordeon oder tin whistle spielt. Keiner geniert sich, sein Lied vor allen Anwesenden zu präsentieren. Auch wenn scheinbar niemand zuhört… Rechtzeitig vor dem „Time up“ muss man sich für die letzten Drinks anstellen. Pünktlich wird nach alter Sitte das Gitter über der Theke herunter gelassen und damit begonnen, die Stühle umgekehrt auf die Tische zu stellen. Ein Zeichen für alle, ihr letztes Bier auszutrinken.

Cliffs of Moher, Foto: Peter Windhoevel
Cliffs of Moher, Foto: Peter Windhoevel

Gemeinsamkeit und Zusammenhalt erlebten wir in Connemara: bei der Weihe der Kapelle „Mac Durrus“ auf einer kleinen Insel, eine Meile vor dem Pier von Carna. Zur Messe wurden die Bewohner aller Altersgruppen der näheren und weiteren Umgebung mit kleinen Fischerbooten zur Insel gebracht. Jedes Familienmitglied hatte vorsorglich Verpflegung in Tragetaschen mit. Nur wir nicht – denn wir waren bei den Ersten; uns hatte man vor dem Aufbruch gesagt, es werde wohl etwa zwei Stunden dauern! Es gab keinen Landesteg weit und breit und so mussten wir an der windgeschützten Seite der Insel auf den algenglatten Felsen im knöcheltiefen Wasser aussteigen.

Ein mitgebrachter Küchentisch diente nach entsprechender Dekoration als Altar. Pünktlich um 12 Uhr, hielten zwei Pfarrer in gälischer Sprache die Andacht vor der Menschenmenge, darunter lediglich ein Dutzend Touristen. Nach einer weiteren Stunde fuhren die ersten Boote wieder Richtung Pier – voller als bei der Hinfahrt! Alle strebten gleichzeitig zurück! Völlig ausgehungert und mit nassen Schuhen waren wir erst zur Teatime wieder am Ausgangspunkt. (Wir hatten wieder dazu gelernt: Man macht sich vorher Gedanken und verlässt sich nicht nur auf vage Auskünfte). Auf dem „Festland“ wurde ein Festival mit Tanz und Musik eröffnet, sportliche Einlagen wie: Gewichte werfen, gälic – football – Spiel nach einer Boot- und Segelregatta.

Lustig war das Schubkarrenrennen, mitten im Ort auf der Hauptstrasse: 15 Männer mit Schubkarren standen in zwei Reihen hintereinander. In jede Schubkarre setzte sich auf Kommando ein weiterer. Doch Stopp! Alle wieder raus und Platz gemacht für den Linienbus! Viele nutzten die Gelegenheit, im Pub noch schnell einen Drink zu nehmen. Dann wieder aufsitzen. Und unter viel Gelächter ging es los – bis zur nächsten Kneipe nach ca. 500 Metern. Nach einem schnellen (vorbereiteten?) Drink wieder zurück an bzw. in die Schubkarren bis zum dritten Pub. Bis hierher wurde wohl erst die Zeit gestoppt. Ein herrliches Vergnügen!

In der Nähe von Skibbereen erlebten wir einen weiteren spassigen Zeitvertreib: das Strassenbowling, was bei Wind und Wetter auf dem Asphalt über einige Meilen ausgetragen wird.

Sehenswert sind die cattlemarts in den Städten. An verkehrsreichen Strassen bieten in Clifden die Farmer ihr Vieh zum Verkauf an. Das eigentliche Geschäft wird noch mit Handschlag beschlossen und im nahe gelegenen Pub begossen. In Elphen in der Nähe von Carrick erlebten wir in einer riesigen Halle eine cattle auction, die uns in ihren Bann zog.

Bantry House Rhododendron, Foto: Peter Windhoevel
Bantry House Rhododendron, Foto: Peter Windhoevel

Wenn ich jetzt noch von unbeschreiblichen Landschaften, Kilometer langen Stränden, Pass – Strassen mit einmaligen Aussichten (bei klarem Wetter), abenteuerlichen Küstenstreifen mit Steilhängen, kargen Kalksteinlandschaften mit seltener Flora, duftenden Heidelandschaften, riesigen, blühenden Fuchsienhecken und haushohen, im Mai – Juni üppig blühenden, wild wachsenden Rhododendron – Büschen berichtete und noch dunkelhaarige Frauen mit blauen Augen erwähne, ferner exotische Sträucher und Bäume, hervorragend gepflegte Gärten und Parks, frei herumlaufende Schafe, Esel, Kühe oder Connemara – Ponies, die immer Vorfahrt haben, stockfinstere (von Lichtverschmutzung freie) Nächte auf dem Land, sternenklare Mondnächte am Meer und von einsamer (fast hörbarer) Stille, würde mein Erlebnisbericht ein schwärmerischer Reisebericht werden und meinen Erlebnisbericht sprengen…

Viel Spass in Irland! wünscht
Peter Windhövel, im November 2011

Text und Fotos: Peter Windhövel

Link zum Autor: http://home.fotocommunity.de/fotasm oder bei facebook

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