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Autofahren in Irland

Eine Frage, die in Gesprächen oder Foren immer wieder gerne gestellt wird: "Wie ist das denn mit dem Fahren auf der falschen Seite?" Für die Planung und die persönliche Risikoeinschätzung soll unser Special "Autofahren in Irland" dienen. Um den Nutzen möglichst gross zu machen, finden Sie auch weiterführende Links und zum Teil obskure Themen (... an die Sie garantiert nicht dachten!).

Autofahren in Irland
Autofahren in Irland

Eine Vorbemerkung sei erlaubt: Sie werden hier nur Tipps und Hinweise finden, die im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften sind. Dabei kann dies weder eine Rechtsberatung noch eine verbindliche Rechtsauskunft ersetzen! Wenn Sie sich dazu entschliessen, basierend auf diesem Special in Irland Auto zu fahren (bspw. ein Mietwagen in Irland) und gleichzeitig ihre persönliche Interpretation mit einbringen, stehen Sie letztlich alleinverantwortlich da. Machen Sie sich schlau, bevor Sie irgendwelche Aktionen starten – das Argument “In Deutschland ist das aber …” zieht vor irischen Gerichten nicht! Ebenfalls nicht “Im www.irish-net.de stand aber …” oder gar “Im Irlandforum hat aber jemand gesagt …”.

Viele wertvolle und rechtlich sehr aktuelle wie zuverlässige Informationen finden Sie unter anderem auf den Seiten des ADAC (www.adac.de ) und der irischen Bürgerinformationsseite (www.oasis.gov.ie ).

Wichtige irische Verkehrsregeln - die Grundregeln

Die wichtigste Grundregel gleich vorweg: In Irland herrscht Linksverkehr, das heisst für den Kontinentaleuropäer “auf der falschen Seite fahren”. Wissen Sie natürlich! Aber immerhin sind zahlreiche Touristen regelmässig unachtsam genug, dies zu vergessen. Und zwar nicht nur gleich nach der Einreise – wie in Grossbritannien findet man auch in Irland riesige Schilder “Achtung: Links fahren!” in den Hafenstädten. Dazu aber auch mit ermüdender Regelmässigkeit an den beliebtesten Urlaubsorten. Anscheinend macht sich nach Besichtigung etwa der Cliffs of Moher ein autofahrerischer kollektiver Gedächtnisschwund breit!

Dass das Linksfahren auch verwandte Änderungen mit sich bringt, sei hier kurz erwähnt. In den reichlich vorhandenen Kreisverkehren bewegt man sich im Uhrzeigersinn. Verkehrsinseln in der Strassenmitte umfährt man auf deren linker Seite. Auf mehrspurigen Strassen ist die linken Spur die langsamere. Überholt wird auf der rechten Seite. Beim Abbiegen haben Rechtsabbieger dem Gegenverkehr Vorfahrt zu gewähren. Kurioserweise gilt an ungeregelten Kreuzungen (die es nicht sehr häufig gibt) Rechts vor Links.

An Kreuzungen und vor allem als Fussgänger sollte man sich auch bewusst sein, dass der erste kreuzende Verkehr von Rechts und nicht von Links kommt!

Eine weitere Grundregel betrifft die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten. Diese sind (generell, wenn nicht durch gesonderte Beschilderung geregelt):
50 km/h in bebauten Regionen,
80 km/h ausserhalb bebauter Regionen auf Nebenstrassen,
100 km/h auf National Roads und
120 km/h auf Motorways.
Fahrzeuge über 3500 kg zulässiges Gesamtgewicht und Fahrzeuge mit Anhängern (auch Wohnwagengespanne) dürfen ausserhalb von bebauten Gegenden und auf Motorways maximal 80 km/h schnell fahren.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist das Wissen, dass eine Beschilderung Höchstgeschwindigkeit 100 km/h unmittelbar vor einer Kurve stehen kann, die nur 80 km/h verträgt und daher ein Schild “Slower!” hat.

Die Alkoholgrenze in Irland ist 0,5 Promille.

Alle Insassen eines Fahrzeugs müssen Sicherheitsgurte anlegen.

Motorradfahrer und Passagiere müssen Helme tragen.

Fahrer müssen zu jeder Zeit ihre Fahrerlaubnis mit sich führen. Ebenso muss man Steuer, Versicherung und (wenn notwendig) NCT nachweisen können – oder eben die jeweils im Land der Zulassung gültigen Entsprechungen.

Alle anderen Bestimmungen sind generell gesagt den deutschen so ähnlich, dass Sie sich nur “normal” verhalten müssen.

Typische Straßen in Irland
Foto: Stefanie Heitmann

Verkehrszeichen in Irland

Es gibt in der Republik Warnzeichen (auf der Spitze stehendes Quadrat in Gelb mit schwarzer Beschriftung oder Piktogramm), Vorschriftszeichen (rund, weisse Scheibe mit rotem Rand und schwarzer und roter Beschriftung oder Piktogramm – Ausnahmen Stop-Zeichen und Vorfahrtregelungsschild “Yield” in internationaler Form) sowie Informationszeichen (Wegweiser, Strassenschilder und Informationstafeln in verschiedenen Farben). Die nordirischen Abweichungen sind unten angegeben.

Seit dem 22. Januar 2005 (so die Planung jedenfalls) sind alle Angaben auf irischen Verkehrszeichen metrisch. Das bedeutet, dass Entfernungen in Kilometern und Höchstgeschwindigkeiten in Kilometern pro Stunde (km/h) angegeben sind. Ein Geschwindigkeitschild mit “50” bedeutet seitdem also genau 50 km/h, nicht wie im Vorjahr noch 50 mph und damit satte 80 km/h. Bitte beachten Sie: Das alles gilt natürlich nur für die Republik Irland, in Nordirland sind weiterhin “imperial measurements” angegeben, also Entfernungen in Meilen (etwa 1,6 km) und Geschwindigkeiten in “miles per hour” (mph, multipliziert mit 1,6 erhalten Sie das km/h-Equivalent). Übrigens findet man in ländlichen Bereichen der Republik auch noch ab und an Wegweiser mit Entfernungsangaben in Meilen, meist erkennbar an ihrer gusseisernen Ausführung. Bei Geschwindigkeitsregelungen sollten Sie jedoch im eigenen Interesse immer davon ausgehen, dass es km/h sind!

Achtung aber – Höhen- und Breitenangaben sind oft nur in der Form 12’6” zu finden … wer dann sich nicht mit Fuss und Zoll auskennt, kann leicht stecken bleiben. Weswegen man die Masse des Fahrzeugs eventuell auch in diesen Grössenordnungen kennen sollte – 12’6” sind zwölf Fuss zu je 30,5 cm und sechs Zoll zu je 2,5 cm … Rechner hervor!

Die meisten anderen Verkehrszeichen sind relativ gut verständlich … Ausnahme die die Vorfahrt (mit-)regelnden gelben Warnzeichen, auf denen eine graphische Repräsentation der kommenden Kreuzung zu finden ist. Dabei achtet man auf die Breite der jeweiligen Linie, die “dicke Linie” hat Vorfahrt, die “dünne Linie” muss Vorfahrt gewähren. Zusätzlich sollte ein “Yield”-Schild im Kreuzungsbereich den nicht Vorfahrtsberechtigten identifizieren (… es gibt allerdings kein weiteres Schild, dass die Vorfahrtstrasse kennzeichnet!). Warnschilder in Nordirland entsprechen grundsätzlich eher deutschem Standard (dreieckig, weiss mit rotem Rand und schwarzer Beschriftung oder Piktogramm). Viele Schilder scheinen nicht genormt zu sein – für Bahnübergänge existiert eine ganze Kollektion, manche Schilder tragen ad hoc kreierte Piktogramme …

Die runden Vorschriftszeichen geben die Höchstgeschwindigkeit oder Fahrtrichtung an – das in Deutschland und Nordirland gebräuchliche Einbahnstrassenschild (rot mit weissem Balken) wird dabei in der Republik durch ein Schild mit rot durchstrichenem schwarzen Pfeil in Fahrtrichtung ersetzt! In Nordirland sind wiederum fast mit Deutschland identische Vorschriftszeichen in Gebrauch.

Bei den Informationszeichen sind die Farben bunt:

Blaue Zeichen mit weisser Schrift beziehen sich auf “Motorways”,
grüne Zeichen mit weisser Schrift beziehen sich auf “National Roads” (in Nordirland “Primary Roads”),
weisse Zeichen mit schwarzer Schrift beziehen sich auf Lokalstrassen,
braune Zeichen mit weisser Schrift beziehen sich auf Sehenswürdigkeiten und touristische Hinweise,
violette Schilder mit weisser Beschriftung gibt es nur in Dublin und sollen den Autoverkehr in und um die Innenstadt besser leiten helfen.

Übrigens sind die meisten Schilder in der Republik zweisprachig, also Englisch und Irisch, gehalten, lediglich in Gaeltacht-Gebieten (hauptsächlich im Westen) findet man auch rein irische Beschriftungen. Strassenkarte folgen ebenfalls diesem Muster, wobei kuriose Eigenarten vorkommen – Kells (County Meath) etwa ist auf fast allen irischen Karten lediglich als Ceanannas verzeichnet.

Zusätzlich zu den oben genannten werden oft Warnschilder an Bau- oder Gefahrenstellen verwendet, die in Schwarz auf orangenem oder gelbem Grund Anweisungen geben. Die Polizei verwendet blaue Schilder mit weisser Schrift und die Feuerwehr rote Schilder mit weisser Schrift für ebensolche Zwecke – auch diese Schilder sind im Zweifelsfall verbindlich, werden jedoch oft am Strassenrand vergessen und warnen dann vor nicht mehr bestehenden Gefahren. Eine interessante Variante sind auch plötzlich auftauchende Warnschilder in “lime yellow” (gelbe Leuchtfarbe), die vor Kurven und ähnlichem warnen – meist werden sie kurfristig aufgestellt, nachdem es an dieser Stelle heftig (oftmals tödlich) gekracht hat.

Eine wichtige Ergänzung: In Nordirland findet man (oft sehr hoch an Laternenmasten angebracht) rot-schwarze Schilder, die eine “Control Zone” identifizieren. Hier ist es absolut nicht erlaubt, ein Fahrzeug unbeaufsichtigt abzustellen. Sollten Sie es dennoch tun, ist Abschleppen Ihr geringstens Problem – oft werden die Fahrzeuge per “controlled explosion” vor dem Abschleppen “gesichert”.

Parken in Irland

Abgesehen von den oben erwähnten “Control Zones” ist das Parken in Irland allgemein durchaus interessant.

Wer sich nicht für ein Parkhaus oder einen bewachten Parkplatz entscheidet, wird sich zuerst darüber klar werden müssen, ob er einen Parkschein benötigt und wo er diesen bekommt. Grundsätzlich verbieten gelbe Streifen am Strassenrand das Parken generell. An anderen Stellen darf man parken, oft (in Städten zumindest) aber nur mit Schein. Hinweisschilder sind meist hilfreich – und erklären sowohl die Zeiten, in denen man den Parkschein benötigt, die maximalen Parkzeiten und oft auch, wo man einen Parkschein bekommt. Oft in einem Automaten in Sichtweite. Wenn dieser nicht funktioniert und man einen Automaten um die Ecke oder auf der anderen Strassenseite verwendet, sollte man vor allem in Dublin darauf achten, dass es sich um dieselbe Preiszone handelt! Wichtig auch: Wenn auf den Parkschildern sogenannte “Freeflow”- oder “Freeway”-Zeiten angegeben sind, parken Sie Ihr Fahrzeug ja nicht zu diesen Zeiten – es wird garantiert sofort abgeschleppt.

Eine weitere Variante ist das “disc parking”, wobei man einen Parkschein in einem Laden kaufen muss. Manchmal ein Alptraum – vor allem, wenn alle Läden in der Nähe Mittagspause haben!

Sowohl Parkscheine wie auch (nach Gebrauchsanleitung zu entwertende) “discs” werden auf das Armaturenbrett gelegt oder in der Frontscheibe festgeklebt. Ist ein Parkschein von Aussen nicht sichtbar oder lesbar, gilt er als nicht vorhanden. Zur Beweissicherung werden Schnappschüsse mit Digitalkameras gemacht – Herausreden wird also schwierig.

Was passiert, wenn man verbotenerweise parkt? Natürlich gibt es auch in Irland “Knöllchen”, mangelnde Zahldisziplin hat jedoch vielerorts dafür gesorgt, dass man “clamped”. Das Fahrzeug wird mit Hilfe einer Metallkralle an einem Reifen immobilisiert, deutlich sichtbare Aufkleber auf den Fenstern warnen den Fahrer davor, einfach loszufahren. Dies endet nämlich mit erheblichen Karosserie- oder Reifenschäden! Übriegens sind die “Clamper” nicht nur auf öffentlichem Grund und Boden aktiv, auch auf Privatgrund wird (vollkommen legal) Zwangsstilllegung praktiziert – so etwa beim Blanchardstown Shopping Centre in Dublin.

Nicht “clamped” werden dagegen Fahrzeuge, die den Verkehrsfluss behindern, die in wichtigen Einfahrten stehen oder Behindertenparkplätze missbrauchen – hier wird abgeschleppt. Und zwar meist nach Londoner Muster mit Kranwagen, so dass man selbst aus engen Parkstellen buchstäblich herausgehoben wird.

Wie schon erwähnt werden in “Control Zones”, in der Republik an sicherheitsrelevanten Stellen und generell bei verdächtigen Fahrzeugen keine grossen Abschleppmassnahmen vorgenommen – Quecksilber- und Erschütterungsschalter verbieten dieses schlichtweg. Fahrzeuge werden dann entweder ferngesteuert untersucht (was meist mit Lack-, Glas- und Blechschäden verbunden ist) oder bei Gefahr im Verzug auch schon einmal per “controlled explosion” entsorgt.

Einige Besonderheiten

Rechtsabbiegen – Achten Sie immer darauf, dass Sie als Rechtsabbieger keine Vorfahrt haben! Im Linksverkehr kreuzen Sie nämlich jetzt den entgegenkommenden Verkehr, was wiederum bei kurzer Unaufmerksamkeit tödliche Folgen haben kann.

Blaues und anderes Licht – Die Bedeutung von Blaulicht und Gelblicht sind identisch mit deutschen Gepflogenheiten. Zusätzlich gibt es aber noch rotes und grünes Rundumlicht auf Fahrzeugen. Rotlicht ist ein reines Warnsignal und wird eigentlich analog zu Gelblicht verwendet – es räumt keine besonderen Rechte im Strassenverkehr ein. Unter anderem verwenden die Ambulanzen des Dubliner Tierschutzvereines Rotlicht. Grünlicht dagegen ist fast ausschliesslich für den Ärztlichen Notdienst vorgesehen und hat dieselbe Bedeutung wie das blinkende Schild “Arzt im Einsatz” – man hofft auf Ihre Kooperation! (Anmerkung: Der Ärztliche Notdienst ist nicht mit einem Notarztdienst zu verwechseln!)

Ampel- und Lichtsignale – Ampelsignale haben in Irland dieselbe Bedeutung wie in Deutschland. Die tatsächliche Ampelsequenz ist jedoch unterschiedlich und für “Greenhorns” oft verwirrend und/oder überraschend. Ampeln an normalen Kreuzungen schalten Grün-Gelb-Rot-Grün, die in Deutschland übliche “Rot-und-Gelb-Phase” vor Grün entfällt ersatzlos. Ampeln an Fussgängerüberwegen schalten Grün-Gelb-Rot-Gelb blinkend-Grün, während der Phase “Gelb blinkend” darf gefahren werden, wenn sich kein Fussgänger auf der Fahrbahn befindet. Vorsicht – handgeschaltete Fussgängerampeln (Bedarfsampeln) reagieren binnen einer Sekunde auf den Knopfdruck des Fussgängers, was erhöhte Aufmerksamkeit bei Annäherung erfordert! Als weitere Lichtsignale sind Dauerblinklicht Gelb an Fussgängerüberwegen (Zebra Crossing, dann auch Pelican Crossing genannt) und zeitweises gelbes Blinklicht im Bereich von Schulen bekannt – beides Warnsignale, die den Autofahrer zur erhöhten Vorsicht mahnen.

Strassenbemalung – Oft wird man Verkehrszeichen auch stilisiert auf die Strasse gemalt sehen. Diese sind ebenfalls zu beachten. Besonders wichtig sind neben den schon beim Parken erwähnten gelben Streifen die “yellow boxes”, mit gelben Diagonalstreifen gekennzeichnete Strassenabschnitte, meist im Kreuzungsbereich oder vor Ausfahrten. In diesen dürfen Sie nicht zum Stehen kommen, bei stockendem Verkehr sollten Sie daher vor dem Befahren sicherstellen, dass Sie auf der anderen Seite auch wieder mit ganzer Fahrzeug- oder Gespannlänge herauskommen!

Busspuren – Das Befahren von gekennzeichneten Busspuren ausserhalb der genehmigten Zeiten ist strikt verboten, gilt aber oft als “Kavaliersdelikt”. Kurios: Dublin besitzt einige 24-Stunden-Busspuren in Bereichen, wo gar kein Busdienst rund um die Uhr angeboten wird!

Slow, Slower, Very Slow, Dead Slow – Diese Hinweise am Strassenrand (oder auch in Grossbuchstaben aufgemalt) sollten Sie unbedingt beherzen. Wenn irgendwann “Dead Slow” auftaucht, kann man das auch als “Langsam oder Tot” übersetzen. Schleichen Sie also an diesen Stellen – Sie sehen dann auch die Kreuze am Wegesrand besser! Es gibt aber auch keine Regelung, wie hoch die Geschwindigkeitsverringerung nun sein soll.

Sicherheit

Das grösste Sicherheitsproblem ist Diebstahl – des kompletten Fahrzeugs oder des Gepäcks. Egal also, ob Sie mit dem eigenen Wagen oder mit dem Mietwagen in Irland unterwegs sind, Vorsicht ist angesagt.

Gegen einen Fahrzeugdiebstahl schützt man sich am besten durch das Abschliessen des Fahrzeugs und Schliessen aller Fenster. Was so selbstverständlich klingt, ist es nicht: An nur einem Tag auf dem Slea Head Drive fand ich drei Fahrzeuge, die unverschlossen und teils mit weit offenen Fenstern abgestellt waren, während die Eigentümer weit entfernt orgasmisch in Fotoorgien schwelgten. In einem Fall lagen noch ein Discman, ein Walkman und eine Kamera sowie zwei Handtaschen im Fahrzeug, während zwei Fenster komplett heruntergekurbelt waren. Stupid!

Als zusätzliche, optisch auffallende Abschreckung kann man Lenkradkrallen verwenden, die schon von Aussen deutlich sichtbar sein sollten und dann Gelegenheitsdiebe wirksamer abschrecken als jeder elektronische Schnickschnack. Bis ein Gelegenheitsdieb (und um die handelt es sich meistens) nämlich das Konzept einer elektronischen Wegfahrsperre begreift, hat er schon einige Hundert Euro Schaden am und im Fahrzeug angerichtet! Bei einer dicken gelben Kralle gibt er meist noch vor Einschlagen des ersten Fensters auf.

Wie Motten das Licht ziehen jedoch im Fahrzeug sichtbar liegende Taschen, Handys, Gepäckstücke, Rucksäcke, “personal stereos” und anderer Kram lichtscheues Gesindel an. Beliebt ist “smash and grab” – Scheibe mit einem Stein eindreschen, Zeug schnappen, wegrennen. Dauer der Aktion 10 bis 20 Sekunden! Schaden leicht 1000 Euro!

Strassenverhältnisse in Irland

Irische Strassen (in der Republik) sind in der Mehrzahl der Fälle weniger geräumig als kontinentale Strassen und in schlechterem Zustand – das beginnt bei mangelhafter Markierung und endet bei Schlaglöchern in Bombenkratergrösse. Darüber sollte man sich im Klaren sein. Ebenso sollte man sich bei jeder Planung bewusst sein, dass die verwundenen, engen und unübersichtlichen Strassen in weiten Teilen des Landes nur selten Ueberholmanöver erlauben (… ausser man war in einem früheren Leben japanischer Pilot im Zweiten Weltkrieg) und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h für den Touristen schon sehr gut erscheinen lassen.

Rechnen Sie grob mit dem Doppelten an Zeit, was Sie in Deutschland für eine Strecke von A nach B benötigen würden, dies werden Ihnen auch die brauchbareren Routenplaner anzeigen. Planen Sie Ihre Tagesetappen grosszügig und mit Zeitpolstern. Fahren Sie stets mit doppelter Aufmerksamkeit und vermeiden Sie, wenn irgend möglich, Nachtfahrten.

Und auch wenn die Versuchung manchmal gross ist: Fahren Sie bitte auch auf den klassischen Touristenstrecken wenigstens einigermassen zügig! Und bremsen Sie nicht überraschend und für den Rest der Welt vollkommen unmotiviert wegen der tollen Aussicht! Und, bitte, bitte, halten und vor allem parken Sie so, dass Sie den Verkehr nicht gefährden, also nicht etwa hinter Kurven mitten auf der Strasse!

Flooding

Überflutete Strassen sind in Irland selbst in Stadtgebieten keine Seltenheit – schlechte Abwassersysteme, fehlende Deiche oder Flurflächen und eine zunehmende Verbetonierung der Landschaft sind Schuld. Nach schweren Regenfällen sieht man allerorten ausgedehnte Pfützen auf den Strassen, manchmal tagelang.

In der Praxis ist es wichtig zu wissen, dass irische Strassen nicht unbedingt auf einem Niveau gebaut sind, sondern reichlich Senken aufweisen. Und was auf den ersten Blick wie eine grosse Pfütze aussieht, kann eine Tiefe von über einem Meter haben! Fahren Sie hier hinein, sind bei einem normalen Personenwagen zunächst Motorstillstand, dann der sanfte Untergang die Konsequenz.

Handy in Irland

Die Benutzung eines Handy ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt ist in Irland derzeit nicht direkt untersagt, gilt aber als “gefährche Fahrweise”. Auch mit einer Freisprecheinrichtung sollte ein Handy nur ausnahmsweise und kurz benutzt werden. Das empfiehlt sich schon im eigenen Interesse.

Davon abgesehen ist Autofahren über längere Strecken einer der vernünftigsten Gründe, in Irland ein Handy zur Verfügung zu haben. Notrufsäulen sind allenfalls an den Motorways zu finden und dort in erheblichen Abständen. Da zusätzlich die Masse der Tankstellen relativ eingeschränkte Öffnungszeiten hat (siehe unten) und auch Telefonzellen selten sind, ist bei einer Panne guter Rat schnell teuer. Zwar sind Iren generell sehr hilfsbereit, aber wenn keiner vorbeikommt …

Tanken in Irland

Das Thema Tanken ist in Irland ebenfalls ein Kapitel für sich. Nicht, weil es besonders kompliziert, sondern weil es schlicht “anders” ist.

Benzinsorten – An den meisten Tankstellen bekommt man mindestens zwei Sorten Treibstoff angeboten, “Unleaded” und “Diesel”. Diesel ist Diesel, ganz klar. “Unleaded” ist bleifreies Benzin, allerdings schon mit einer Oktanzahl von 95 und daher “Super”. Zusätzlich bieten einige Tankstellen das mit Additiven verfeinerte und um etwa 25% teurere “Unleaded Super Plus” an, dass nur die wenigsten Fahrzeuge wirklich benötigen. Als Sonderkraftstoff ist noch LPG erhältlich, “liquified petroleum gas” oder Flüssiggas. Die Zapfsäule mit dem günstigen Agridiesel sollten Sie wirklich nur benutzen, wenn Sie einen Trecker fahren!

Tankstellen und Öffnungszeiten – Grundsätzlich finden Sie in Irland grosse internationale Markentankstellen wie Esso, Texaco, Statoil oder Shell, daneben kleinere, zum Teil spezifisch irische Marken wie Emo, Top oder Apollo, aber auch Tesco. Die Preise der einzelnen Marken können sich dabei von Tankstelle zu Tankstelle heftig unterscheiden! Grundsätzlich ist Treibstoff jedoch billiger als in Deutschland – in der Republik, in Nordirland dagegen kann es umgekehrt sein. Viele Tankstellen haben auch einen kleinen Shop für die nötigsten Einkäufe, Motorenöl und Scheinwerferglühbirnen erhält man jedoch nicht unbedingt an der “Tanke”. Verrückte Welt! Die Öffnungszeiten der meisten Tankstellen bestätigt letzteren Eindruck – die meisten öffnen Wochentags und Samstags ab etwa sieben Uhr und schliessen schon ab etwa 18 Uhr. 24-Stunden-Service ist selten, Automatentankstellen sind so gut wie unbekannt, rechtzeitiges Volltanken empfiehlt sich vor allem im ländlichen Bereich. Besonders am Wochenende, denn mancher Tankwart hält den Sonntag heilig und so sitzt der Autofahrer dann schnell auf dem Trockenen!

Kreditkarten und Tankkarten – Viele, aber noch lange nicht alle Tankstellen, akzeptieren die gängigen Kreditkarten Mastercard und Visa. Tankkarten werden nur von grossen, zu grossen Konzernen gehörenden Tankstellen akzeptiert – bevor Sie in den Irlandurlaub fahren, sollten Sie sich hierüber beim Aussteller Ihrer Tankkarte erkundigen.

Was tun im Notfall?

Grundregel: Keine Panik! Und dann so handeln wie daheim …

Unfall – Als erstes anhalten, Unfallstelle absichern und den Schaden betrachten. Bei Personenschäden ist über den Sammelnotruf 112 (oder 999) überall in Irland Hilfe erreichbar, Ambulance (Rettungsdienst) und bei Bedarf Fire Brigade (Feuerwehr und technische Rettung). Auch die Polizei ist hier erreichbar – in der Republik “Garda” gerufen, aber auch wie im Norden schlichtweg als “Police” erreichbar. Melden Sie auf jeden Fall, wo Sie sind, was passiert ist, wieviele Verletzte es gegeben hat, welche Verletzungen vorliegen und natürlich wer anruft. Sprechen Sie langsam und so deutlich wie möglich. Bei reinen Blechschäden sollten Sie in eigenem Interesse immer die Polizei hinzuziehen, Ihre Versicherung wird es danken!

Einbruch oder andere Kriminalität – Rufen Sie die Polizei über den Notruf oder die örtliche Direktnummer und lassen Sie den Schaden aufnehmen. Handelt es sich um einen Parkplatz oder ein Parkhaus mit Bewachung, nehmen Sie auch Kontakt mit der zuständigen Security (privater Sicherheitsdienst) auf. Das wird die Polizei zwar auch tun, wenn Sie aber Ihrer Versicherung gleich den korrekten Ansprechpartner mit Telefonnummer präsentieren können (und vielleicht sogar zwei Schadensprotokolle), erleichtern Sie allen Beteiligten die Arbeit. Bevor Sie übrigens einen Komplettdiebstahl Ihres Fahrzeugs melden, sollten Sie sich vergewissern, dass Sie nicht aus Versehen an verbotener Stelle geparkt haben – dann nämlich könnte Ihr Wagen in der liebevollen Obhut der Abschlepper sein!

Notruf 112 oder 999

Panne – Am besten informieren Sie sich vor der Abfahrt nach Irland, welche Regeln für Sie gelten. Der Aussteller Ihres Auslandsschutzbriefes, Ihr Automobilclub oder eben Ihr Autovermieter können Ihnen in der Regel am besten sagen, welche Telefonnummer im Pannenfall gewählt werden soll und welche Leistungen abgedeckt sind. Grundsätzlich ist es in Irland wahrscheinlicher, dass Sie zu einer Werkstatt geschleppt werden … als dass man den Schaden am Strassenrand beheben kann.

Pannenruf Automobile Association 1800-667788
Pannenruf RAC 1890-483483

“Clamped” – Wenn Ihr Fahrzeug wegen falschen Parkens stillgelegt wurde, versuchen Sie auf keinen Fall, einfach loszufahren! An Ihrem Fahrzeug wird gross und deutlich ein Schild befestigt sein, das Sie darüber aufklärt, was Sie jetzt tun müssen. Auch auf den Radklammern selber ist in der Regel eine Telefonnummer zu finden – fehlt beides, fragen Sie Polizei oder (auf Privatgrund) Security. Meist wird binnen weniger Stunden und gegen Barzahlung einer saftigen Aufwandsentschädigung Ihr Fahrzeug wieder freigegeben!

Verschiedenes …

Und hier nun noch einige Tipps zu Spezialthemen, die nicht unbedingt oben schon behandelt wurden.

Wohnmobile und Caravans – Der erste wichtige Punkt hier ist das Verhältnis irischer Strassen zur Grösse des Fahrzeugs oder Gespanns. Irische Strassen sind grundsätzlich relativ klein dimensioniert, so dass es schnell einmal “eng” werden kann. In Irland mit einem grossen Wohnmobil die schier endlosen Highways mit Cruise Control befahren, entspannt im Captain’s Chair die Landschaft geniessen während Mutti den Tee nach vorne reicht … das gibt es nicht, damit müssen Sie leben. Oder eben auf Irland verzichten. Vor allem das Wenden grössere Fahrzeuge kann ein Gedulds- und Glücksspiel werden, daher sind Hinweisschilder wie “Tunnel mit maximal 3 Metern Höhe in 12 Kilometern” Ernst zu nehmen – diese Strecken sollten Sie mit 3011 Millimeter hohen Fahrzeugen sicherheitshalber nicht befahren. Überhaupt gehört bei hohen oder hoch bepackten Fahrzeugen ein Zettel mit dem Mindestlichtmass sichtbar ins Cockpit, es gibt viele niedrige Tunnel und Unterführungen auf der Insel!

Wildes Campen ist in Irland übrigens verboten und wird auch keineswegs gern gesehen. Sie benötigen zum Halt eine Genehmigung des Grundbesitzers oder müssen eben zu einem legalen Campingplatz weiterziehen. Schilder “No Overnight Parking!” bedeuten, dass Sie hier definitiv nicht mit dem Wohnmobil oder Caravan nächtigen dürfen.

Mitgebrachte Fernseher funktionieren nur eingeschränkt, nämlich als Mehrnormgeräte oder über Satellitenschüssel. Terristrische Sender haben eine andere Tonnorm und werden dementsprechend mit deutschen Geräten in schönen Farben, aber stumm empfangen. Noch ein anderes Problem: Theoretisch ist man verpflichtet, für betriebsfähige TV-Geräte auch in nur zeitweise in Irland genutzten Fahrzeugen eine gültige irische TV License zu besitzen (telefonische Auskunft TV Licence Record Office Dublin). Da diese nur für ein volles Jahr erworben werden kann und über € 150 kostet ein teures Vergnügen! Wie wahrscheinlich eine Kontrolle ist, soll und kann hier nicht diskutiert werden.

Rauchen im Firmenwagen – Sie fahren mit einem Firmenwagen in Urlaub und wissen, dass es in Irland ein Rauchverbot am Arbeitsplatz gibt, das auch für Firmenwagen gilt. Dürfen Sie oder dürfen Sie nicht? Wiederum laut telefonischer Auskunft des Office of Tobacco Control (www.orc.ie) ist das Rauchen in Geschäftsfahrzeugen generell untersagt, was auch für im Ausland zugelassene Fahzeuge gilt, die in Irland genutzt werden. Es stellt sich auch hier die (offen bleibende) Frage, wie genau und wie oft dies kontrolliert oder verfolgt wird.

Auto in Dublin – Lassen Sie es mich kurzfassen: Don’t! Man braucht in Dublin als Tourist kein Auto und wird den Aufenthalt “ohne” besser geniessen. Zumal die Parkplatzsuche ein Alptraum ist. Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass die Benutzung eines Autos in Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, London, Boston, Miami, Dallas oder Warschau weniger gefährlich, weniger teuer und dementsprechend entspannter ist. Wenn Ihnen schon beim Gedanken an eine Fahrt nach Buxtehude Angstschweiss wegen Stadtverkehr ausbricht, sollten Sie das Auto in Dublin meiden wie die Pest! Mietwagen sollten Sie nicht für Ihren reinen Dublin-Aufenthalt mieten, Privatwagen sollten Sie an der Unterkunft sicher abstellen. Ist dies nicht möglich oder mit grossen Kosten verbunden, wie bei einigen Hostels und sogar Hotels in der Innenstadt, empfehle ich Ihnen, auf die bewachten Langzeitparkplätze am Flughafen auszuweichen!

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