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irish-net Leben in Irland

Hausbesichtigung

Die meisten Besichtigungen beginnen im Büro des Maklers, gemeinsam fährt (oder läuft) man dann zum Objekt der Begierde.

Auf dem Weg dahin wiederholt man am besten folgendes Mantra: “Der Makler lebt vom Verkauf! Der Makler lebt vom Verkauf! Der Makler lebt vom Verkauf!” Letztlich hat der Makler nur ein Ziel – nämlich alle Objekte so schnell und zu einem so hohen Preis wie möglich an Käufer zu bringen. Das bedeutet auch, dass er über Problemzonen schnell hinweggehen wird und das Positive über Gebühr zu preisen versucht. Das sollte einen nicht davon abhalten, sich Zeit zu nehmen und in Ruhe umzusehen. Und Fragen zu stellen.

“Warum wird das Haus verkauft?”
“Wie alt genau ist das Haus?”
“Wie sieht es mit Baugenehmigungen für Umbauten und Erweiterungen aus?”
“Sind grössere Projekte in der Nachbarschaft geplant (Autobahn, Müllverbrennung, Wohnungsbau)?”
“Wie lange steht das Haus schon zum Verkauf?”
“Warum wird das Haus noch gleich verkauft?”

Gerade das “Warum?” lässt oft interessante Rückschlüsse zu … und wenn der Makler gleich mehrere Versionen präsentiert, sollte man misstrauisch werden.

Die meisten Makler allerdings sind relativ ehrlich und warten auf Fragen … mit denen man als Kaufinteressierter ja auch echtes Interesse zeigt. Sie beobachten auch genau, was man so macht und wo der Blick schweift. Ein Beispiel aus meiner Erfahrung war ein etwas “beuliger” Wandteil in einem Altbau, den ich ansah. Prompt meinte der Makler: “In Häusern dieses Alters muss man natürlich mit kosmetischen Reparaturen rechnen!” Als ich mit der flachen Hand über die leicht feuchte Beule strich, ergänzte er: “Das Haus steht jetzt schon den ganzen Winter leer, da muss mal durchgeheizt werden.” Als ich leicht auf die Beule schlug und etwa ein Quadratmeter Wandputz abfiel, lächelte der Makler und meinte: “Für ungefähr € 10.000 bekommt man das Haus schon in Schuss!”

Zeit, die anderen Häuser auf der Liste anzusehen!

Interessante Details, auf die man achten sollte, sind auch die hygienischen Zustände im besichtigten Haus – je unaufgeräumter das Haus, desto weniger ernsthaft der Wunsch des Verkäufers, es auch schnell loszuwerden. Sieht die Bude aus wie eine Kleiderkammer des Roten Kreuzes nach der Sammlung, macht sich der Verkäufer eben keine Mühe, sein Heim im besten Licht zu präsentieren. Andererseits sollte man bei brandneuen Renovierungsarbeiten auch misstrauisch werden, ein neuer Anstrich verdeckt gerne kleinere Schäden. Im Zweifelsfall sollte man einen fachkundigen Menschen, etwa einen Architekten hinzuziehen.

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