County Roscommon – Bergbaugeschichte hautnah erleben
Die Flüsse Shannon und Suck begrenzen die Grafschaft Roscommon in der Provinz Connacht. Auf gut 2.500 Quadratkilometern hat das oft zu Unrecht gemiedene County in den irischen Midlands einiges zu bieten.
County Roscommon
Ganz oben auf der Liste der besuchenswerten Plätze in Roscommon steht Strokestownpark . Das um das Jahr 1800 axial angelegte Städtchen wird geprägt von Strokestown Park House, dem Herrenhaus des Lord Hartland. Errichtet wurde das stolze Anwesen aus dem 18. Jahrhundert im palladianischen Stil. Im Seitenflügel wurde das National Famine Museum eingerichtet, das an die Große Hungersnot in den Jahren um 1840 erinnert.
Damals mussten viele Iren auswandern, um zu überleben. Insgesamt verlor Irland ein Fünftel der Bevölkerung. Die Ausstellung verdeutlicht mit Fotografien, Karikaturen, Lithographien und Einrichtungsgegenständen die verheerenden Auswirkungen der Kartoffelfäule. Nicht fehlen darf auch ein Blick auf die selbstherrliche Haltung der hier lange ansässigen Pakham-Mahon-Familie während der nationalen Katastrophe. Umgeben wird das Herrenhaus von einem herrlichen Park. Ein über 200 Jahre altes Pfirsich-Haus gehört hier zu den Attraktionen für Gartenfreunde.
Roscommon
Empfehlenswert ist auch ein Besuch von Roscommon, dem Verwaltungssitz der gleichnamigen Grafschaft. Über viele Jahre fanden alle öffentlichen Hinrichtungen des Countys hier statt.
Der berüchtigten Lady Betty, die wegen Mordes zu Tode verurteilt war, wurde die Todesstrafe unter der Bedingung erlassen, dass sie künftig alle Urteile ohne Entlohnung vollstreckte. Ein Angebot, das sie Mörderin nicht ablehnen konnte.
Heute erinnert eine Tafel an dem seit 1822 nicht mehr genutzten Gefängnis an diesen denkwürdigen Deal. Wahrzeichen der Stadt sind die Ruinen des normannischen Roscommon Castle aus dem Jahre 1269.
Die trutzige Burg war einst Sitz von Hugh O’Connor, dem König von Connacht. Sehenswert sind zudem die Reste der Roscommon Abbey, einer Dominikanerabtei. Diese gehörte zu einem um 1253 von Felim O’Conor, ebenfalls ein König von Connacht, gegründeten Kloster. Das im Chor des Gotteshauses befindliche Grab des Königs zieren acht Skulpturen von bewaffneten Gefolgsleuten, so genannten Gallowglasses.
Mit der Arigna Mining Experience verfügt die Grafschaft Roscommon über eine der jüngsten Sehenswürdigkeiten Irlands. Das ehemalige Kohlebergwerk wurde Ende April 2003 erstmals für Besucher geöffnet. Das architektonisch auffällige Gebäude über dem Bergwerk wirkt wie Kohlenflöze, die schräg aus der Erde ragen. Unter der Führung eines einstigen Kohlenhauers fahren die Gäste in den Schacht und lernen, wenn sie 45 Minuten „vor Ort“ sind, einen echten Stollen kennen. Das Museum schildert 400 Jahre irischer Bergwerksgeschichte bis zur Schließung der Mine im Jahre 1990. Ein Teil der Ausstellung ist erneuerbarer Energie von Biomasse über Sonnenkraft bis zur Energie aus Erdwärme gewidmet. Der Hauptakzent liegt aber auf der Windenergie, wohl auch, weil ganz in der Nähe die Rotormasten einer der größten irischen Windfarmen in den Himmel aufragen.
Eines der größten Naherholungsgebiete der Grafschaft ist der Lough Key Forest Park . Auf rund 350 Hektar finden sich neben Mischwäldern mit ausgewiesenen Wanderpfaden auch ein See mit mehreren kleinen Inseln sowie ein Moorgarten. Auch die Ruinen des McDermott Castle sind auf dem Areal zu sehen.
Der irische Name Ros Comáin steht für den "Wald des Comán", ein sonst nahezu vergessener Klostergründer und Heiliger wurde so verewigt. Offizielle Spitznamen scheint es nicht so recht zu geben, inoffiziell sind die Bewohner
Roscommons allerdings als "Sheep Stealers" bekannt.