County Longford – Anglerparadies am Shannon
Als eine der kleinsten Grafschaften des Landes erstreckt sich Longford mit seinen gut 1.100 Quadratkilometern über die zentralirische Ebene. Im Westen wird das County in der Provinz Leinster durch den River Shannon begrenzt, in den hier die Flüsse Camlin und Inny münden, und der im Südwesten den Lough Ree durchfließt.

Anglerparadies am Shannon
Neben landschaftlichen Reizen – insbesondere an den Flussufern und am Lough Ree – hat Longford wenig zu bieten. Gut, Damen, die noch einen Mann fürs Leben suchen, sind fraglos in Drumlish richtig. Das 300-Seelen-Nest ist gemäß der letzten Volkszählung im Jahre 2006 der Ort in Irland mit dem höchsten Anteil an alleinstehenden Männern.
Als erstklassiges Angelrevier gelten derweil Lanesborough und Ballyleague, zwei ineinander verschmolzene Dörfer am Ufer des Shannon, die teilweise in der Grafschaft Longford und teilweise in der Grafschaft Roscommon liegen.
Longford, der Verwaltungssitz der gleichnamigen Grafschaft, geht auf eine Siedlungsgründung durch die Wikinger zurück. Zu den markantesten Gebäuden der 13.000-Seelen-Gemeinde zählt die Longford Cathedral.
Die Kathedrale ist dem Heiligen Saint Mel, dem Begründer der Diozöse Ardagh, gewidmet und wurde nach Plänen von John Benjamin Keane errichtet. Besonders eindrucksvoll sind die Bleiglasarbeiten von Harry Clarke.
Sehenswert ist auch das vor den Toren der Stadt bei Kenagh gelegene Corlea Trackway Visitor Centre. Zu dessen Attraktionen zählt eine gut 18 Meter lange Straße aus alten Eichen, die aus der Eisenzeit stammt und über das Moor führte.

Moydow Castle
In Moydow, einem weiteren kleinen Dorf vor den Toren von Longford, sind vor allem die am Fuße der Slieve Gauldry Hills gelegenen Ruinen des 1260 errichteten Moydow Castles von Interesse.
Augenfällig ist ansonsten noch die römisch-katholische Kirche im Herzen des Dorfes aus dem Jahre 1838. Das beliebteste Ziel in Longford bleibt aber der Lough Ree, der zum Teil auch in den Grafschaften Westmeath und Roscommon liegt.
Der See, oft als das Herz des Shannon bezeichnet, ist nicht weniger als 26 Kilometer lang. Die Ufer sind flach und dicht von Bäumen bewachsen. Die Inseln im See beheimateten in früheren Jahren Aalfischer mit ihren Familien. Heute sind hier überwiegend Ferienheime zu finden.
Um Inchcleraun, einer der Inseln im Lough Ree, sind die Überreste eines vom Heiligen Diarmuid gegründeten Klosters mit seiner sehenswerten Clogás Kapelle zu finden.
Daneben zieren die Ruinen von Fairbrother´s House die Insel. Fairbrother war ein Quäker, der im frühen 19. Jahrhundert auf der Insel lebte.
Der Legende nach benutzte er für den Bau seiner Unterkunft Steine von der Clogás Kapelle. Dies erzürnte den heiligen Diarmuid so sehr, dass er von seiner Wolke im Himmel mit einem Blitzschlag alle Tiere auf der Insel verrückt werden ließ. Erst als Fairbrother gelobte, nie wieder einen der heiligen Steine zu berühren, ließ die Wirkung des Fluchs nach.
Der Sage nach starb auch Queen Meave, die Königin von Connacht, beim Baden im Lough Ree. Forbaid, der Prinz von Ulster, von dessen Vater Maeve der Sage nach den braunen Bullen von Cooley gestohlen hatte, wollte den Verlust rächen und versteckte sich am Ufer des Sees.
Er spähte die Lieblingsbadestätte der kriegerischen Königin aus, wartete bis sie dort ein Bad nehmen wollte und zerschmetterte ihr mit einem gezielten Schuss aus einer Steinschleuder den Schädel.
Kurioserweise soll er als Geschoss einen Hartkäse verwandt haben – warum auch immer.
KTR