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Faszinierende Bilder aus Kerry

Die folgenden Bilder stammen von der preisgekrönten Fotografin Madeleine Weber, die in der Gegend Cahersiveen in Südwest-Irland wohnt und arbeitet.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Madeleine für die faszinierenden Irland Bilder.
Für alle Fotos gilt: © Madeleine Weber www.calaido.com

Madeleine Weber, www.calaido.com
Madeleine Weber, www.calaido.com

Irish-Net.de Interview mit Madeleine Weber

Wie sind Sie zum Medium Fotografie gekommen?

Madeleine: Ich habe Grafik Design und Fotografie studiert und wurde seit meinem 10. Lebensjahr in Malerei und Kunst unterrichtet. Meine Eltern hatten immer einen Feinsinn für das Kreative und sie haben mich, seit ich denken kann, darin geschult. Dafür bin ich sehr dankbar. Meine Mutter war Fotografie-Autodidaktin und künstlerisch hochtalentiert und ich erinnere mich an viele Stunden in der Dunkelkammer mit ihr, wo ich alles aufsog. Mein Vater wuchs auf dem Lande auf, war sehr naturverbunden und reichte es an mich weiter. An sich bin ich als Autodidakt bereits ins Studium gekommen, wo ich mich dann auf Design und Fotografie spezialisiert habe und noch ein bisschen Know-How sammelte. Seit einigen Jahren habe ich mich der Malerei auch wieder hingegeben. Die Resultate werde ich zu gegebener Zeit präsentieren.

Fotografie ist ein erstaunliches Medium. Es ermöglicht einen flüchtigen Moment zu konservieren, festzuhalten und es anderen zugänglich zu machen, obwohl sie nicht Zeuge des Moments waren. Gleichzeitig ist jedes Bild ein Tor zum Unsichtbaren – ein Paradox. Es transportiert unsichtbare, spirituelle Essenzen, die von jedem erspürt werden können, der sich dem hingibt. Das Foto wird somit zum Überbringer. Ich erhalte wunderschöne e-mails aus der ganzen Welt, die beschreiben, wie ein Bild jemanden tief berührt hat; oder wie ein Bild jemanden einfach glücklich macht bei der Betrachtung. Ich finde das wunderbar.

St. Finian’s Bay mit Blick auf die Skelligs Co. Kerry
St. Finian’s Bay mit Blick auf die Skelligs Co. Kerry

Was hat Sie nach Irland verschlagen?

Madeleine: Für mein Design- und Fotografie Diplom wollte ich ein Buch über Regen und den Kreislauf des Wassers machen – “Wassergold”. Wasser ist eine so geheimnisvolle Substanz. Irland lag auf der Hand, Regen war versprochen. Für 5 Wochen bin ich durch Irland gereist und im Ring of Kerry hängen geblieben. Das County Kerry hat einfach das volle Paket von Berg, Strand, Wald, See, sanft und wild, sehr nette Menschen. Die damalige Hitzewelle hielt mich ziemlich auf Trab, dennoch bekam ich alle Bilder in der letzten Woche. Das Buch erschien mit dem Titel: “Wassergold” mit einer limitierten Auflage von 7 Stück, welche vergriffen sind. Gleichzeitig entstand der Wunsch in mir, davon immer umgeben zu sein. Die Natur und mein eigenes Erleben in der Natur hatten mich tief berührt. Sobald es möglich war, zog ich hierher – eine meiner besten Entscheidungen. Heute bin ich selbständige Designerin und Fotografin und gebe Einzelworkshops für Landschaftsfotografie. Ich bin jeden Tag im irischen Busch unterwegs – voller Vorfreude.

Ballycarbery Castle Cahersiveen Co. Kerry
Ballycarbery Castle Cahersiveen Co. Kerry

Wie würden Sie Ihren fotografischen Stil beschreiben?

Madeleine: Mystisch und magisch. Ich habe jeden Tag Geburtstag. Der grüne Hügel von gestern ist heute in goldenen Nebel eingehüllt und morgen leuchtet er pink im Sonnenuntergangslicht. Dieses unvorhersehbare Schauspiel ist aufregend und berührend und vom Verstand kaum zu begreifen. Das irische Licht ist einzigartig, unberechenbar und meistens unglaublich. Die Liebe zur Ausdrucksform des Lichts ist das Herzstück meiner Fotografie und Kunst.

Skellig Michael mit Blick auf Little Skellig Co. Kerry
Skellig Michael mit Blick auf Little Skellig Co. Kerry

Was gefällt Ihnen an Irland?

Madeleine: Die irische Natur ist voller Geheimnisse und Magie – manchmal auf sehr subtile Art. Jeder kann es spüren, der sich mal die Zeit genommen hat, zu atmen und zu sehen. Du findest geheimnisvolle Inseln, Märchenwälder, Traumstrände, erstaunliche Klippen und romantische Hügellandschaften. Wenn man zu den Ringforts oder den Standing Stones geht, steht man inmitten der keltischen Rätsel. Sie deuten auf die alte, mystische Kultur hin, die noch um den großen Geist der Natur wussten und für die das heute Unsichtbare, greifbar und präsent war. Wenn du solche Orte aufsuchst, wird etwas in deinem Inneren berührt, das um all dies weiß; es nie vergessen hat.

Durch das unbeständige Wetter gibt es täglich ein Lichtspektakel – ein Schlaraffenland für Fotografen, Künstler und Poeten. Und dann gibt es die Sturmsaison, wo dir alles um die Ohren fliegt und das einst so romantisch, glitzernde Meer versucht dich zu fressen. Dieses duale Schauspiel lehrt dich viel, wenn du es hören möchtest.

Valentia Island Leuchturm Co. Kerry
Valentia Island Leuchturm Co. Kerry

Haben Sie eine Lieblingslocation in County Kerry?

Madeleine: Nein. Südwest Kerry ist so kompakt – eine Schönheit nach der anderen. Caherdaniel mit dem schönsten Strand im Derrynane Nationalpark; die Waterville Promenade mit Lough Currane und den Eightercua Standing Stones; Ballinskelligs und St. Finian’s Bay mit den atemberaubenden Skelligs mit einer frühchristlichen Klosteranlage auf Skellig Michael (UNESCO Weltkulurerbe) und der weltweit zweitgrößten Basstölpel Kolonie auf Little Skellig; Cahersiveen mit dem historischen Cahergal Ringfort und Leacanabuaile Ringfort und der Ballycarbery Castle Ruine; Kells mit einem wunderschönen Wald voll mit Riesenfarn usw.

Blick von Geokaun Berg mit Regenbogen Co. Kerry
Blick von Geokaun Berg mit Regenbogen Co. Kerry

Haben Sie eine Galerie oder sind Ihre Arbeiten irgendwo in Kerry zu bestaunen?

Madeleine: Alle meine Bilder können auf meiner Website www.calaido.com entdeckt werden. Außerdem sind einige Kollektionen ausgestellt im Ring of Kerry Hotel (Cahersiveen), Ballinskelligs Inn (Ballinskelligs) und Skellig Bay Golfcourse (Waterville) .

Ein besonderer Ort mit einigen Bildern von mir ist Peter’s Café in Waterville – sehr zu empfehlen. Peter ist voller Geschichten, backt alles selbst und wird hier und da einige Geheimtipps rausgeben. Er eröffnet diese Saison ebenfalls eine kleine Wein Galerie.

Auf meiner Website biete ich zwei Druckreihen an: fotografische Drucke und Fine-Art Giclée Drucke. Mehr Information darüber auf meiner Website www.calaido.com Ebenfalls habe ich einen Fotoblog wo ich immer die neuesten Bilder präsentiere www.calaido.blogspot.com

Schafe ...
Schafe ...

Fotografieren Sie analog oder digital?

Madeleine: Ich habe vor einigen Jahren auf digital umgestellt. Ich erinnere mich noch an Jahre in der Dunkelkammer mit der Nase über Chemikalien und bin sehr froh über die technologische Entwicklung. Ich fotografiere ausschließlich mit Canon (Canon 1Ds Mark III) und entwickle die Bilder mit Adobe Photoshop und Canon Software.

Was ist Ihr Geheimnis um so tolle Bilder zu erschaffen?

Madeleine: Licht ist es egal, was es trifft. Es verzaubert einfach alles was in seinen Weg kommt. Es ist eine Kunst, seiner Intuition zu folgen um am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein. Ich bin immer gleichzeitig überall – falls das Sinn macht. Meine Bilder sind das Resultat vom Studium der Naturgesetze, Intuition, Disziplin, Enthusiasmus, Inspiration, Kunstkonzept, technisches Verständnis, Freigeist, innerer Spiritualität und LIEBE. Und das tolle ist, dass diese Energie durch das Bild zum Betrachter weiterreist und auch ihn/sie inspiriert und berührt. Meine Website ist sehr gut besucht und Menschen aus der ganzen Welt bestellen einen Druck ihres Lieblingsbildes. Ich bekomme später oft wundervolle e-mails, wo sie die Wirkung der Bilder auf sich beschreiben. Es ist schon toll, was das Abbild eines magischen Moments in der Natur mit dem menschlichen Wesen machen kann.

Sind ihre Bilder digital manipuliert oder arbeiten Sie mit vielen Effektfiltern - Ihre Bilder sehen manchmal so "unglaublich" schön aus?

Madeleine: (lacht). Diese Frage bekomme ich oft. Selbst ich als Augenzeuge traue manchmal meinen Augen nicht.

1. Zuerst einmal muss man verstehen, dass die bildliche Vielfalt der Natur unerschöpflich ist. Jeder Moment ist absolut unique, unwiederholbar, meist unvorstellbar. Die Kombinationsvielfalt aller Elemente ist unbegrenzt – wie in der Musik. Wie ich schon erwähnte, ist die Qualität des Lichts das wahre Geheimnis zu einem Superbild oder einem so-la-la Bild. Magie existiert wirklich und Natur ist ihr zu Hause. Je öfter man im Busch unterwegs ist um so höher sind deine Chancen um einen dieser speziellen Momente zu sehen – und ich bin immer draußen. Sich dieser Welt zu öffnen ist der erste Schritt

2. Ich arbeite nicht mit Filtern, außer einem Standard-Polfilter. Filter liegen mir nicht da Magie oft in 10 Sekunden oder 3 Minuten passiert und ich dann keine Zeit habe mit Filtern rumzutüteln. Ich arbeite mit Mehrfachbelichtungen und weiss wann ich den Knopf drücken muss und wann nicht. Viele 3D Landschaftsszenen lassen sich nicht in ein 2D Papierbild umwandeln. Das muss erkannt und verstanden werden.

3. Manipulation – ein schleichender Schatten seit es die digitale Fotografie gibt. Nein diese Bilder sind “naturgemacht” und ich verwende verschiedene Techniken um dieses bildlich einfangen zu können. Bei mir werden orangene Himmel nicht violett und da wandern auch keine Berge herum. Viele vergessen, dass die erste Manipulation in der Kamera passiert. Unsere Augen sind ein Superorgan – kein Kamera Chip kann da heutzutage mithalten, keine Kamera Software kann mit unserem Gehirn mithalten. Da ich hauptsächlich sehr schwierige Lichtsituationen fotografiere, ist es für eine Kamera unmöglich, diese mit einem einzigen Bild einzufangen ohne dabei die Details in hellen oder dunklen Bereichen zu löschen. Mehrfachbelichtung ermöglichen mir alle Informationen zu sammeln und sie später wieder zusammenzufügen. Wer daran interessiert ist, mehr darüber zu erfahren, wird alles in meinen Fotoworkshops lernen.

Meine Fotoserien sind absolut authentisch und eine visuelle Einladung an meiner eigenen Reise teilzuhaben. Ich sehe Magie JEDEN Tag. Sie zeigt sich jedem, der ihr erlaubt zu sein.

Wir sind neugierig - woran arbeiten Sie gerade?

Madeleine: (lächelt geheimnisvoll) Ja, ich arbeite schon seit langem an einem großen Projekt. Mystisch, magisch, spirituell, natürlich – tief berührend. Mehr kann ich im Moment nicht sagen. Ich weiß, dass es viele inspirieren wird. Wenn jemand informiert werden möchte, sobald es vollbracht ist, kann er/sie mir eine e-mail schicken: izense@gmail.com

Haben Sie noch ein paar Tips für unsere Leserschaft um bessere Fotos auf ihrer Irlandreise zu bekommen?

Madeleine: Natürlich. Es gibt ein paar Grundgesetze in der Fotografie, die zu beachten sind und zu schnellen Erfolgen führen.

1. Fotos in den frühen Morgen- und späten Abendstunden enthalten schöne Farben und einen guten Kontrast. Wenn man in Irland unterwegs ist und weiß, dass es morgen nicht regnet, unbedingt den Wecker früh stellen und mal einen Sonnenaufgang fotografieren an einer Location, die man am Vortag ausgekundschaftet hat. Fotos zur Mittagszeit an einem Sonnentag sind oft farbschwach und haben einen scharfen Kontrast – diese Zeit garantiert langweile Bilder.

2. Regen- oder Wolkentage sollten nicht unterschätzt werden. An regnerischen Tagen gibt es oft wundervolle Lichtstimmungen und Regenbögen. Für Regenbögen gilt immer: die Sonne im Rücken und Ausschau halten. Beste Tage für Regenbögen sind solche, wo es immer kurze Schauer gibt und dann die Sonne wieder durchkommt.

3. Wer in eine SLR Kamera (mit wechselbaren Objektiven) investiert hat, kann einfache Erfolge mit der Investition in einen Polfilter machen. Sattere Farben und ein tiefblauer Himmel sind das Resultat.

4. Mit einem einfachen Stativ können wunderbare Effekte mit der Langzeitbelichtung eingefangen werden: neblige Wasserfälle, verträumtes Meer.

5. Wenn man eine tolle Location gefunden hat, kann man diese aus verschiedenen Perspektiven fotografieren. Sich nicht mit einem Foto zu begnügen ist empfehlenswert. Oft sieht man erst zu Hause, welche Perspektive am besten funktioniert.

6. Gruppenbilder im harschen Sonnenlicht erzeugt harte Schatten im Gesicht. Ein Wolkentag ist oftmals besser geeignet. Man kann auch die Person oder Gruppe in den Schatten stellen. Wer sich mit dem Blitzlicht auskennt, kann dieses auch benutzen um die Schatten abzuschwächen.

7. Und zum Schluss: wenn man länger an einem Ort verweilt und eine tolle Location gefunden hat: öfters hingehen. Es wird jedes mal anders aussehen und wer weiß: vielleicht schlägt dann die magische Stunde.

Ernsthafte Hobbyfotografen, die den nächsten Sprung machen wollen, können alles an einem eintägigen Workshop mit mir in Kerry lernen. Kein Geheimnis wird zurückgehalten, erfolgreiche Entwicklungstechniken und tolle Locations werden gezeigt, Tipps und Tricks um die irische Landschaft fotografisch einzufangen werden geteilt.

Viel Erfolg und vielleicht sieht man sich :-)

Vielen Dank Madeleine für dieses Interview!


Dieses County in Irland einmal selbst besuchen?

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Dein schönstes Irland Bild ...




Künstlerin aus Kerry

Madeleine Calaido Weber lebt in Cahersiveen im County Kerry.

Sie ist professionelle Landschaftsfotografin, Designerin und Künstlerin.

Ihre Foto-Serien reflektieren ihre tiefe Liebe für die mystische Natur Irlands. Ihre faszinierenden Irlandbilder wurden mehrfach ausgezeichnet und oft veröffentlicht.

Die Künstlerin hat eine eigene Webseite. Stöbern Sie mal in ihrem Bilderarchiv:



Hier liegt das County Kerry

Kerry (Chiarraí) – eines der Counties in der Provinz Munster, 4701 Quadratkilometer, etwa 132.424 Einwohner. County Town ist Tralee, Autokennzeichen KY.

Grafschaft Kerry

Kerrys irischer Name Chiarraí hat die einfache Bedeutung “Kinder des Ciar”, ein Stammesname.
Heute ist Kerry eher als “The Kingdom” bekannt, das Königreich im Westen.

Orte & Städte in Kerry

Im County Kerry gibt es viele interessante Städte und gemütliche kleine Orte zu entdecken. Die lebendigen Kleinstädte Killarney, Tralee und Kenmare im Süden Irlands.

Unterkünfte in Kerry

Ferienhäuser, Hotels oder Bed & Breakfast direkt in Kerry. Am Killarney Nationalpark oder in Killarney.

Ring of Kerry

Die schönste Küstenstraße der Welt. Die Fahrt über die Halbinsel Iveragh entlang des berühmten Ring of Kerry führt über 170 Kilometer in engen Bögen …

Sehenswert in Kerry

Festivals im County Kerry

Einige der beliebtesten Festivals in Kerry:

Dingle

Die Dingle Halbinsel ist die schöne Schwester des Ring of Kerry. Weitaus weniger überlaufen, aber kaum weniger attraktiv als der berühmtere Ring of Kerry. Unbedingt einen Besuch wert ist auch Dingle Town …

Killarney National Park

Hoch in der Gunst der Naturliebhaber steht der über 10.000 Hektar große Killarney National Park in der Grafschaft Kerry.

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