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County Dublin

County Dublin - wir teilen Dublin in drei Bereiche: Dun Laoghaire, South Dublin und Fingal. Dún Laoghaire ist längst mit der Hauptstadt Dublin verschmolzen. Fingal entstand am 01.01.1994, nachdem das bisherige County Dublin verwaltungstechnisch neu aufgeteilt wurde.

Temple Bar Viertel im County Dublin
Das berühmte Temple Bar Viertel im County Dublin

Dun Laoghaire-Rathdown - Tummelplatz der irischen Prominenz

Für viele ist Dún Laoghaire-Rathdown, die mit gerade einmal 127 Quadratkilometern Fläche kleinste Grafschaft Irlands, kaum mehr als eine Durchgangsstation. Das County südöstlich der Hauptstadt Dublin entstand erst 1994, als die Kapitale verwaltungstechnisch aufgeteilt wurde. Der ungewöhnliche Doppelname der Grafschaft sollte eigentlich nur ein Provisorium sein, doch bis heute konnten sich die Verantwortlichen nicht auf einen anderen Namen verständigen.

Die kleine Grafschaft wird vom Süden Dublins, der Irischen See und den Ausläufern der Wicklow Mountains begrenzt. Mit Dún Laoghaire, dem früheren Kingstown, liegt hier einer der wichtigsten Fährhafen des Landes. Denn die Verbindung nach Holyhead im Norden von Wales ist eine der beliebtesten Routen für Touristen, die mit dem Auto nach Irland reisen. Zwischen 1817 und 1859 wurde der Hafen, der sich über eine Fläche von 101 Hektar erstreckt und je nach Wasserstand über eine Tiefe von drei bis neun Metern verfügt, nach Plänen von John Rennie angelegt.

Dún Laoghaire ist längst mit der Hauptstadt Dublin verschmolzen. Lediglich ein paar Schilder markieren heute die Stadtgrenze. Markantestes Bauwerk in der von georgianischen und viktorianischen Häusern geprägten Stadt ist der James Joyce Tower. Der Rundturm beheimatet eine stattliche Sammlung an Erstausgaben, Manuskripten, Briefen und persönlichen Besitztümern des großen Literaten. Das trutzige Bauwerk gehört zu einer Reihe von insgesamt 26 Türmen, die ab 1805 zur Verteidigung entlang der Küste errichtet wurden.

Der Martello-Turm von Dún Laoghaire erlangte Berühmtheit, nachdem James Joyce dort für einige Wochen bei seinem Freund Oliver St. John Gogarty, der sich hier eingerichtet hatte, zu Besuch war und die Anlage in seinem Meisterwerk Ulysses verewigte. Gogarty fand übrigens als Buck Mulligan Eingang in das epochale Werk. Auf Initiative von Sylvia Beach, der ersten Verlegerin von Joyce, wurde 1962 im Turm ein Joyce-Museum mit vielen Memorabilien des Schriftstellers eingerichtet. Direkt unterhalb des Turms lässt sich übrigens ganzjährig ein besonderes Spektakel beobachten: Bei jedem Wetter stürzen sich hier Wagemutige – viele von ihnen, wie Gott sie geschaffen hat – in die Fluten, um ein erfrischendes Bad in der Irischen See zu nehmen. Ein Schwimmvergnügen, das allerdings allein den Herren der Schöpfung frei steht. Die Badestelle heißt übrigens aufgrund der Wassertiefe Forty Foot.

Dalkey Castle
Dalkey Castle

Zu der kleinen Grafschaft in der Provinz Leinster gehört auch Dalkey. Die charmante, kleine Hafenstadt im Südosten von Dublin ist die Heimat zahlreicher Größen aus Kultur und Sport mit dementsprechend horrenden Hauspreisen. Einer der bekanntesten Söhne der Stadt war der Komponist John Download, der hier 1562 geboren wurde und als der bedeutendste Lautenist des elisabethanischen Zeitalters galt. Zu seinen wichtigsten Stücken zählen The First Book of Ayres und Lachrymae Or Seaven Tears.

Nobelpreisträger George Bernard Shaw lebte von 1866 bis 1974 in Torca Cottage am Dalkey Hill und die Bestsellerautorin Maeve Binchy wohnt mit ihrer Familie in der Sorrento Road. Nur einige Häuser weiter hat sich Filmemacher Neil Jordan, der sich unter anderem für die Kinoerfolge The Crying Game und Michael Collins verantwortlich zeigt, niedergelassen. Und auch Sängerin und Songwriterin Enya, die U2 Bandmitglieder Bono und David Evans, Rockbarde Van Morrison und Formel-Eins-Rennfahrer Eddie Irvine sind in Dalkey zu Hause.

Markantestes Gebäude des mittelalterlichen Städtchens ist Goat Castle. In dem Stadthaus aus dem Jahre 1429 ist das Dalkey Castle & Heritage Centre untergebracht.

Die Ausstellung informiert über die Geschichte der Region sowie die der Eisenbahn seit dem 19. Jahrhundert. Vom Killiney Hill Park bieten sich herrliche Aussichten auf die Wicklow Mountains, die Killiney Bay und auf Dublin. Auf dem unbewohnten Dalkey Island, das vom Coliemore Harbour in wenigen Minuten per Schiff zu erreichen ist, zählt ein Martello-Turm aus dem Jahr 1800 zu den Hauptattraktionen.

County Fingal – Irlands Gemüsegarten

Als eine der jüngsten Grafschaften in der Republik Irland entstand Fingal am 1. Januar 1994, nachdem das bisherige County Dublin verwaltungstechnisch neu aufgeteilt worden war. Fingal, das oft auch als North County Dublin tituliert wird, erstreckt sich im Wesentlichen entlang der Küste an der Irischen See nördlich der Hauptstadt Dublin bis zum River Delvin.

Howth Harbour
Howth Harbour

Auch die Halbinsel Howth und der Flughafen von Dublin liegen im Verwaltungsgebiet von Fingal, dessen Verwaltungssitz seit 2001 Swords ist. Dabei ist die Grafschaft so etwas wie der Gemüsegarten Irlands. Denn rund die Hälfte der landesweit produzierten Gemüse gedeihen in Fingal, das mit Howth über einen der bedeutendsten Fischereihäfen an der Ostküste verfügt. Ansonsten dienen die meisten Dörfer und Städte eher als Schlafstätten für Pendler, die im nahe gelegenen Dublin in Lohn und Brot stehen.

Die Städte und Dörfer entlang der Irischen See können naturgemäß mit mehr oder weniger hübschen Küsten- und Strandabschnitten locken. Zu diesen gehört beispielsweise Balbriggan. Die 16.000-Seelen-Gemeinde ist Heimat der Smith’s Stocking Mill, die sich mit der Herstellung von langen Unterhosen einen Namen machte. Die „Ballbriggans“ wurde vor allem in Western-Klassikern mit John Wayne immer wieder hollywoodreif in Szene gesetzt. Zu den markantesten Gebäuden der Stadt zählt ein Martello-Turm aus dem 19. Jahrhundert am Strand. Auch Pormarnock kann einen solchen Turm vorweisen. Doch die Hauptattraktionen sind hier der herrliche Sandstrand, im Volksmund liebvoll „Velvet Strand“ (Samtstrand) genannt, und der exzellente, mehr als 100 Jahre alte Golfplatz. Dieser wurde übrigens nach Plänen des deutschen Golfprofis Bernhard Langer in den 1990er Jahren neu gestaltet.

Mit dem North Beach und dem South Beach verfügt Rush gleich über zwei einladende Strände, die durch einen gezeitenabhängigen Hafen getrennt sind. Insbesondere der Südstrand ist aufgrund der dort herrschenden, bisweilen extrem starken Winde und dem Wellengang bei Kite-Surfern beliebt. Derweil hat Swords, der Verwaltungssitz der Grafschaft, wenig zu bieten, sieht man einmal von Swords Castle ab. Das stolze Gemäuer diente ursprünglich als Residenz für den Erzbischof von Dublin und geht in Teilen bis auf das Jahr 1200 zurück.

In Howth, auf der gleichnamigen Halbinsel im Norden der Dublin Bay, befinden sich ebenfalls ein paar Martello-Türme. Zu den Sehenswürdigkeiten in dem geschäftigen Dubliner Vorort zählt daneben der weithin sichtbare Leuchtturm sowie die St. Mary’s Church aus dem 14. Jahrhundert. Nicht zu vergessen ist daneben Howth’s Castle. Das stolze Herrenhaus aus dem 14. Jahrhundert ist bekannt für seine ausgedehnten Rhododendrengärten, die im Sommer zugänglich sind, während das im Besitz der Gaisford St. Lawrence Familie befindliche Schloss selber nicht besichtigt werden kann. Auf dem Gelände des Schlosses befinden sich auch ein umgestürzter Dolmen, der als Aideen’s Grave bekannt ist, sowie das National Transport Museum of Ireland. Hier sind eine Reihe von Oldtimern, aber auch alte Feuerwehrautos, Traktoren und Straßenbahnwagen ausgestellt. Ansonsten steht Howth besonders bei Anglern hoch im Kurs, gelten die Gewässer vor der Stadt doch als hervorragendes Revier für den Fang von Kabeljau. Auch Seehunde sind hier oft anzutreffen.

Malahide Castle
Malahide Castle

In Malahide, rund 16 Kilometer nördlich von Dublin, gehört ein historischer Brunnen in der Old Street ebenso zu den Blickfängen wie die großzügige Marina. Malahide Castle, rund 800 Jahre im Besitz der Familie Talbot, stammt in großen Teilen aus dem 14. Jahrhundert. Wobei die runden Türme erst später angebaut wurden und dem Schloss etwas Märchenhaftes verleihen. Im Inneren ist neben wertvollen Möbeln eine große Sammlung irischer Gemälde zu bestaunen, während auf dem 100 Hektar großen Anwesen ein liebevoll gestalteter botanischer Garten mit seiner Pflanzenwelt zu begeistern weiß. Auch ein kleines, aber feines Spielzeugmuseum gehört zu Malahide Castle.

Unweit von Clonsilla ist das Luttrellstown Castle von Interesse. Das Schloss aus dem 15. Jahrhundert gehörte dereinst der einflussreichen Guinness-Familie und dient heute als Hotel. Ins internationale Rampenlicht geriet das stattliche Gemäuer als sich Englands Fußballstar David Beckham und Ex-Spice Girl Victoria Adams 1999 hier das Ja-Wort gaben. Auch die britische Königin Victoria soll zweimal hier zu Gast gewesen sein.

County South Dublin – Trabanten- und Schlafstädte mit guten Einkaufsmöglichkeiten

Als eine der kleinsten Grafschaften in Irland gehört das County South Dublin nicht zu den 26 historischen Grafschaften des Landes, sondern entstand erst am 1. Januar 1994, als das County Dublin verwaltungstechnisch neu aufgeteilt wurde.

Mit seinen gerade einmal etwas mehr als 220 Quadratkilometern Fläche erstreckt sich die Grafschaft in der Provinz Leinster südwestlich der Hauptstadt Dublin bis zu den Ausläufern der Wicklow Mountains. Das Gros der Städte und Dörfer dient den gut 250.000 Einwohner als Schlafstätten, verdienen die meisten doch ihre Brötchen in der Kapitale Dublin. Entsprechend rar gesät sind auch die Attraktionen in South Dublin.


Ein Harfenspieler irgendwo in Dublin ...

Tallaght, mit 64.000 Einwohnern die größte Stadt und Verwaltungssitz der Grafschaft, gehörte dereinst zu den ältesten Siedlungsplätzen in Irland.

Funde reichen zurück bis in die Bronzezeit. Das heutige Gesicht erhielt Tallaght im Wesentlichen in den 1960er Jahren, als die (Neu-) Gestaltung der Stadt am Reißbrett geplant wurde.

Zahlreiche Bausünden aus den 1970er Jahren zeugen von einem nicht gerade glücklichen Händchen bei der Planung. Mit The Square verfügt die Stadt über eines der größten Einkaufszentren des Landes.

Einmal im Jahr, am St. Patricks Day, bricht hier die Feierlaune aus, wenn eine große Parade zu Ehren des Nationalheiligen durch die Straßen von Tallaght zieht.

Wahrzeichen von Clondaklin ist ein weithin sichtbarer, knapp 25 Meter hoher Rundturm aus dem 8. Jahrhundert. Die 43.000-Seelen-Gemeinde selbst geht auf eine Klostergründung des Heiligen Mochua am Ufer des River Camac vor rund 1.400 Jahren zurück. Der Turm war einst als Teil des Klosters, das 832 von den Wikingern niedergebrannt wurde, errichtet worden.

Rathfarnham mit seinen gut 17.000 Einwohnern verfügt gleich über eine ganz Reihe sehenswürdiger Gebäude. Da ist neben der Loreto Abbey und dem Yellow House vor allem Rathfarnham Castle zu nennen, dessen älteste Teile aus dem 14. Jahrhundert stammen. Ursprünglich war dies eine trutzige Burg, die im Laufe der Jahrhunderte in einen stattlichen Herrensitz umgewandelt wurde. Die Zuwegung wurde über Jahrzehnte vom Ely’s Arch, einem Triumphbogen aus dem 18. Jahrhundert, markiert. Heute dient dieser als Toreinfahrt für den örtlichen Golfclub.

In der 37.000-Seelen-Gemeinde Lucan am Zusammenfluss von Liffey und Griffeen ist das Lucan House zu finden. Der Herrensitz aus dem 17. Jahrhundert, das heute als Sitz des italienischen Botschafters in Irland dient, verfügt über einen runden Speisesaal, der als Vorbild für das Oval Office im Weißen Haus in Washington hergehalten haben soll. Zu den größten Publikumsmagneten in Lucan zählt das Liffey Valley Shopping Centre, das 1998 als eines der größten Einkaufszentren der Region eröffnet wurde, während sich Greenhills rühmen darf, mit dem Tymon Park über das größte Naherholungsgebiet der gesamten Grafschaft zu verfügen.


Text: KTR

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