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Halloween, All Hallow's Eve - die christliche Tradition

Der 1. November ist der Tag aller Heiligen im christlichen Kalender - eben Allerheiligen genannt, All Saints' Day oder All Hallows' Day, seltener auch Allhallowmas. Der Begriff "Halloween" leitet sich aus "Hallowe'en", dem "Abend vor Allerheiligen", "All Hallows' Eve" her.

Sonnenuntergang über Burrishoole Bay, Newport, Co. Mayo; Foto: Kerstin Hellmann
Sonnenuntergang über Burrishoole Bay, Newport, Co. Mayo; Foto: Kerstin Hellmann

Bekannt ist der Festtag seit etwa Mitte des vierten Jahrhunderts, am Ende des Jahrhunderts wurde er durch St. Chrysostom auf einen festen Tag gelegt. Den ersten Sonntag nach Pfingsten (… die östlichen Kirchen behielten dieses Datum bei). Papst Bonifaz IV schob den Tag dann fest auf den … 13. Mai, als er 609 das Pantheon in Rom “einweihte”. Erst Papst Gregor III schob Allerheiligen dann auf den 1. November, Anlass war die Segnung einer Kapelle für “Alle Heiligen” im Petersdom.

Warum so ein Hin und Her mit einem Feiertag, der ja nun wirklich überall in den liturgischen Kalender gepasst hätte? Viele Historiker haben eine ganz einfache Erklärung – an Allerheiligen wurde Rom immer von wahren Pilgerhorden heimgesucht, deren Versorgung im Frühjahr Schwierigkeiten machen konnte. Deswegen legte Gregor III den Tag an das Ende der Erntezeit, womit dann gleich genug Essen und Personal zur Verfügung stand.

Eine andere Theorie besagt jedoch etwas ganz von römischer Ökonomie losgelöstes: Die Iren waren Schuld! Schließlich feierten sie ja fröhlich mit ihren Druiden Samhain, während sich die christlichen Missionare einen Wolf predigten. Also musste ein kräftiger Gegenpunkt her, der gleichzeitig die “Gemeinsamkeit” betonte. Ähnlich wie Weihnachten, das mit der Wintersonnenwende konkurrierte. Oder St. Brigid’s Day, der Imbolc ablöste. Schon Papst Gregor I hatte solchen “Syncretismus” befürwortet, die Aufnahme unverdächtiger heidnischer Praktiken als leichtere Alternative zur Radikalmission. Und die Kelten gedachten zu Samhain ihrer Toten … warum also nicht auch der Heiligen? Skeptikern sei gleich dazugesagt, dass der 13. Mai der letzte Tag der “lemuria” war – des römischen Totenfestes!

Halloween Night ...
Halloween Night ...

Wie auch immer: seit nun fast 1300 Jahren feiern wir Allerheiligen am 1. November. Auf verschiedene Art weltweit. Interessanterweise sind jedoch von den britischen Inseln Traditionen bekannt, die das heutige Halloween in Erinnerung rufen. Unter anderem eine Prozession der Kinder um die Kirche – verkleidet als Engel, Heilige und Teufel! Die als Belohnung für ihre Mühe “soul cakes” geschenkt bekamen. Und aus der “keltischen” Bretagne ist bekannt, dass man (zum Teil makabre) Streiche spielt.

Aber Moment, wie wurde denn nun aus Hallowe’en Halloween?

Kürbisgesichter an Halloween ...
Kürbisgesichter an Halloween ...

1517 sprang ein zorniger Mönch auf die Bühne der Weltgeschichte und nagelte am Vorabend des Allerheiligen seine 95 Thesen an die Kirchentür von Wittenberg – er konnte einfach nicht anders. Seine Reformen nahmen Allerheiligen den Wind aus den Segeln, denn die Anhänger Martin Luthers waren eben keine Fans der Heiligen selbst. Schluss mit Hallowe’en, die Hallows fehlten. Stattdessen feiert man jetzt eben Reformationstag.

1605 betrat dann ein Mann das englische Parlament mit ehrlichen Absichten – Guy Fawkes wollte mittels Schießpulver den König, den Thronfolger und die Abgeordneten zum Teufel jagen. Der “Gunpowder Plot” ging als “Guy Fawkes Day” in die englische Folklore über und wurde am Tag der bösen Tat, dem 5. November, fortan mit Feuerwerk, Mummenschanz, bettelnden Kindern und bösen Streichen gefeiert. Brennende Abbilder des Papstes (als spezieller Soundeffekt mit lebenden Katzen gefüllt) inklusive. Eine Art Samhain für Puritaner … die das dann in die “Neue Welt” einschleppten, mit pathologischer Hexenangst vermixten und dann mit anderen Kulturen in Berührung kamen.

Die Deutschen in Pennsylvania brachten reichlich mystische und abergläubische Ideen mit sich, Anglikaner in Virginia wieder Heiligenglauben, Hallowe’en und höllischen Respekt vor den “Mächten der Finsternis”. Die katholischen Immigranten vor allem aus Spanien und Frankreich taten es ihnen fast gleich … und unter den Sklaven entwickelten sich spezifische, vorgeblich christliche Kulte. Nordamerika wurde zu einem Schmelztiegel der Religionen. Und irgendwann nach der Revolution wurden der Guy Fawkes Day, Allerheiligen und diverse andere Brauchtümer zu unterhaltenden “Erntefesten” verschmolzen. Die dann rund eine Million irischer Immigranten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Tradition des Samhain garnierten.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich dann die wesentlichen Elemente des heutigen Halloween herausgebildet:

“Trick or Treat” – eine Kombination wahrscheinlich aus den darstellerischen Prozessionen in England, irischen Traditionen wie dem Lair Bhain, den “soul cakes” … und dem “Penny for the Guy”!

Halloween, Kürbisgesichter in allen Variationen
Halloween, Kürbisgesichter in allen Variationen

Kürbisgesichter – wahrscheinlich aus Irland eingeschleppte Tradition, wo zu Samhain Lampen aus Rüben hergestellt wurden – der Begriff “Jack-o-Lantern” taucht allerdings erstmals in der Mitte des 18. Jahrhunderts auf, als Bezeichnung für einen Nachtwächter!

Parties – wie schon oben gesehen, hatten ja alle etwas zu feiern … in der einen oder anderen Form. Und die Kostüme waren ja auch Tradition, wie beim “Trick or Treat”.

Halloween ist heute in den USA der drittpopulärste Partytag, nach Silvester und dem Super Bowl Sunday. Mit dementsprechenden wirtschaftlichen Auswirkungen – 4 von 5 US-Bürgern machen Halloween-Einkäufe (spezialisierte Waren wie Dekorationen, Kostüme, besondere Süßwaren – wer noch nie Halloween-M&Ms in Orange und Schwarz gegessen hat, der hat nicht gelebt …). Halloween ist auch der einzige aus den USA weltweit “exportierte” Feiertag, sogar in Frankreich feiert man mittlerweile “‘alloween” (… nicht ohne gelegentlich darauf hinzuweisen, dass es ja eigentlich keltisch, also eigentlich gallisch, also schlicht ur-französisch sei …).

Und in Irland hat das moderne Halloween das traditionelle Samhain ziemlich verdrängt … der Kreis schließt sich!

Halloween Rezepte

Was isst man traditionell an Halloween?

Die Antwort ist einfach – viel! Reichlich frisches Fleisch war vorhanden, man konnte sich vor Black Pudding kaum retten, die Vorratskammern waren voll. Also Paaaaaarty! Aber Halt! Die Nacht vor Allerheiligen galt früher als Fastennacht, also aß man kein Fleisch … dafür aber gerne etwa Pfannkuchen, Klöße (süß oder auch mit Kräutern herzhaft), Apfelkuchen …

Einige Essen aber waren besonders mit Samhain oder dem Abend vor Allerheiligen verbunden. So mumpelten die alten Druiden wohl asketisch Äpfel und Nüsse, um für die Begegnung mit der Anderswelt gerüstet zu sein (der gelegentliche Fliegenpilz mag das Mahl abgerundet haben).

Wenn Sie aber etwas feiner (und weniger halluzinogen) speisen möchten, empfehlen wir gerne folgende Halloween Rezepte:

Colcannon

450 g Weißkohl, klein geschnitten

900 g Kartoffeln, geschält und klein geschnitten

2 kleine Lauchstangen, in Scheiben geschnitten

1 Tasse Milch

Salz und Pfeffer

1/2 Teelöffel geriebene Muskatnuss

10 Esslöffel Butter

Kohl und Kartoffeln getrennt in Salzwasser weich kochen, danach die Kartoffeln zu Brei stampfen. Währenddessen kann man schon den Lauch in der Milch weich kochen (etwa acht bis zehn Minuten).

Die Kartoffeln mit den Gewürzen zu Milch und Lauch geben und bei kleiner Hitze gut verrühren. Dann gibt man den Kohl und acht Esslöffel Butter hinzu und verrührt die Masse zu einem Brei, den man dann mit der restlichen Butter krönt.

In vielen Familien wurde der Colcannon früher in einer wahrhaft gigantischen Schüssel serviert, die Mitte leicht ausgehöhlt und mit einem dicken Batzen Butter gefüllt. Jedes Familienmitglied aß mit einem Löffel direkt aus der Schüssel und tauchte die Portion in die langsam schmelzende Butter ein. Gelegentlich wurde auch ein Ring im Colcannon versteckt, dessen Entdecker(in) der Glückspilz des Jahres wurde … was wohl regelmäßig in einer wahren Schlacht am Küchentisch endete mit in weitem Bogen fliegenden Colcannonresten, während jeder nach dem Ring schaufelte!

Boxty

450 g Kartoffeln (geschält)

3/4 Tasse Mehl

1 Teelöffel Backpulver

1/2 Teelöffel Salz

1/2 Tasse Buttermilch

2 Esslöffel Pflanzenöl

Die Hälfte der Kartoffeln wird klein geschnitten und in Salzwasser weich gekocht, danach abgegossen und zu Brei gestampft. Diese Masse wird dann in eine große Schüssel umgefüllt.

Mit einer Raspel den Rest der Kartoffeln grob zerkleinern, diese Teile in ein (sauberes) Küchenhandtuch geben und die Stärke in eine Schüssel ausquetschen. Danach die geriebenen Kartoffeln gut mit den gestampften Kartoffeln vermischen sowie Mehl, Backpulver und Salz einsieben. Anschließend die Stärke und die Buttermilch hinzugeben und erneut gut verrühren.

In einer Pfanne wenig Öl erhitzen und dann die Kartoffelmasse als kleine Pfannkuchen braten, bis jede Seite leicht gebräunt ist (etwa drei bis vier Minuten). Sofort warm servieren.

Halloween Breac

450 g Mehl

50 g Butter

225 g Sultaninen

225 g Korinthen

1 Teelöffel Trockenhefe

275 ml warme Milch

50 g Zucker

110 g klein geriebene Orangen- und Zitronenschale

1 Teelöffel Zimt

Messerspitze Muskatnuss (gemahlen)

Messerspitze Salz

2 Eier

1 goldener Ring (oder andere Gegenstände)

Die Hälfte des Zuckers und die Hefe mit der warmen Milch verrühren und an einem warmen Ort gehen lassen.

Mehl, Salz und Gewürze in eine Schüssel sieben, dann die Butter (in Flocken) und den restlichen Zucker unterheben und verrühren. Die Milchmixtur und die Eier unterrühren, dann gut durchschlagen. Den Rest der Zutaten untergeben und wieder gut verrühren.

Die ganze Masse in eine gefettete und mit Backpapier ausgelegte Backform von zwanzig Zentimeter Durchmesser geben. Dann mit einem Handtuch bedecken und an warmer Stelle bis zu etwa doppelter Höhe aufgehen lassen. Anschließend bei 200 Grad Celsius eine Stunde backen.


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