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Die Tin Whistle in der irischen Folkmusik

Die Tin Whistle ist ein traditionelles Musikinstrument von den britischen Inseln, das eine bedeutende Rolle in der irischen Folkmusik spielt. Im Jahr 1825 wurde die Bezeichnung Tin Whistle erstmalig für die Flöte mit den charakteristischen sechs Löchern verwendet.

Die Tin Whistle in der irischen Folkmusik
Die Tin Whistle in der irischen Folkmusik

Bis heute prägt das Musikinstrument nachhaltig den Klang und Rhythmus der irischen Folkmusik und gehört neben der Geige, dem Akkordeon, der Mandoline und den einem Dudelsack ähnlichen Uilleann Pipes zu den wichtigsten Soundgebern bei dieser Musikrichtung.

Konstruktion und Tonarten der Tin Whistle

„Tin“ ist die englische Bezeichnung für „Blech“ und „Whistle“ bedeutet in der deutschen Übersetzung so viel wie „Pfeife“. Die Kennzeichnung verrät Einzelheiten über den Aufbau und die Konstruktion einer Tin Wistle. Die Ursprungsform der Flöte besteht aus einem dünnen, gerollten Eisenblech mit sechs Löchern, über die die Töne erzeugt werden. Moderne Tin Whistles besitzen in der Gegenwart meist zusätzlich ein Mundstück aus Kunststoff. Ältere Modelle aus dem 19. Jahrhundert sind mit einem Holzpflock als Mundstück ausgestattet. Als Materialien für den Klangkörper kommen heute neben dem traditionellen Eisenblech Messing, Aluminium oder Kupfer zum Einsatz.

Die Irish Tin Whistle
Die Irish Tin Whistle

Die Tin Whistle gehört zur Familie der Schnabelflöten und mit dem Musikinstrument werden hohe Töne mit einem hellen Klang erzeugt. Traditionelle Flöten dieser Art sind in der Tonart D-Dur gestimmt. Die höchsten Töne der Tin Wistle können in Abhängigkeit vom verwendeten Material und von der Bauart schrill klingen.

Die tiefer gestimmte Variante des irischen Traditionsinstrumentes wird als Low Whistle bezeichnet.

Im Museum of Fine Arts in der US-Metropole Boston wird ein Exemplar aus dem 19. Jahrhundert aufbewahrt, was für die lange Tradition dieser Sonderform einer Tin Whistle spricht. Während des Revivals irischer Folkmusik in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Low Whistle rekonstruiert und spielt seither eine wichtige Rolle in dieser Musikstilrichtung.

Die Geschichte der Tin Whistle

Die älteste bekannte Tin Whistle ist ein Exemplar aus dem 12. Jahrhundert, das aus Knochen gefertigt war und in Irland gefunden wurde. Aus dem 14. Jahrhundert stammt die sogenannte Tusculum Whistle, die gemeinsam mit anderen historischen Musikinstrumenten im Museum of Scotland gezeigt wird. Die 14 Zentimeter lange Flöte mit sechs Löchern wurde zusammen mit mittelalterlichen Steingutfragmenten ausgegraben und ist voll funktionsfähig. Das Flötenrohr besteht aus einer Kupferlegierung.

Im Jahr 1825 taucht erstmalig der Begriff Tin Whistle für das Musikinstrument auf. Robert Clarke produzierte ab 1840 die ersten Flöten maschinell. Den pfeifenartigen Flöten wird ein einzigartiger Klang nachgesagt. Die Vermarktung erfolgte bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts unter der Bezeichnung „Clarke Flageolets“. Die einfache Griffweise der Tin Whistle entspricht im Wesentlichen der „Irish Flute“, die im deutschsprachigen Raum als Querflöte bekannt ist. Das Sechs-Loch-Griffsystem wurde im 19. Jahrhundert auch in anderen Kulturkreisen angewendet und ist von klassischen Barockflöten bekannt. Mit der maschinellen Produktion wurde die Tin Whistle zur Massenware und stieg zum beliebtesten Musikinstrument in irischen Haushalten auf.

Robert Clarke präsentierte seine Flöten im Jahr 1851 auf der ersten Weltausstellung in London. Die Instrumente wurden aus dünnem Messingblech hergestellt und waren für beinahe jedermann erschwinglich. Diese Tatsache trug den Musikinstrumenten den Beinamen Penny Whistle ein. Robert Clarke folgten mehrere Flötenbauer, die die Tin Whistle maschinell herstellten. Die erste Generation der Flöten war noch mit einem Mundstück aus Blei ausgestattet. Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Blei-Mundstück durch einen Kunststoff-Pfropfen am Ende ersetzt.

Spieltechnik der Tin Whistle

Die einfache Spieltechnik der Tin Whistle brachte ihr in der Vergangenheit das Image eines Kinderinstrumentes ein. Zum Abdecken und Öffnen der sechs Löcher werden die mittleren Finger beider Hände eingesetzt. Während die linke Hand die oberen drei Löcher bedient, werden die unten liegenden Löcher mit der rechten Hand abgedeckt. Der Grundton der Tonart, die sogenannte Tonika, entsteht durch das gleichzeitige Abdecken aller Löcher. Intervalle entstehen, wenn nacheinander alle Löcher der Flöte geöffnet werden.

Als diatonisches Musikinstrument ist die Tin Whistle auf eine einfache musikalische Gestaltung ohne Zwischentöne ausgelegt. Dessen ungeachtet lassen sich durch ein halbseitiges Verschließen des unteren Tonlochs auch tonleiterfremde Halbtöne erzeugen. Grundsätzlich umfasst das Spektrum der mit einer Tin Whistle erzeugten Töne zwei Oktaven. In der irischen Folkmusik werden die Töne in der Regel nicht mit der Zunge angestoßen. Stattdessen erfolgt die Trennung der Töne durch spezielle Grifffolgen, bei denen verschiedene Löcher in sehr kurzen Abständen und in bestimmter Reihenfolge abgedeckt und verschlossen werden. Das Einstudieren dieser Griffabfolgen erfordert Zeit und Geduld und die schnelle Umsetzung während des Spiels zeichnet einen erstklassigen Tin-Whistle-Spieler aus.

Tin Whistle in der irischen Folkmusik

Die Renaissance der Irish Folkmusik setzte in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ein und musikalische Einflüsse aus den USA verhalfen der traditionellen Musikrichtung zum internationalen Durchbruch. In den Bereichen Rock und Pop finden sich Anleihen des Musikstils und neben dem irischen Dudelsack spielt dabei die Tin Whistle eine große Rolle in Irland.

Bis heute gehört die Tin Whistle zu den populärsten Musikinstrumenten in Irland. Sie wird sowohl bei internationalen Irish-Folk-Festivals als auch im engen Familienkreis zum gemeinsamen Musizieren eingesetzt.

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