New Year’s Eve
New Year’s Eve und Festtag des Heiligen Sylvester I. (Papst).
Der Neujahrsabend wurde auch "Oiche na Coda Móire" genannt - die Nacht der grossen Portion! Man aß nämlich, was das Zeug hielt!
Traditionell gab es ein grosses Essen im Kreise der Familie, nach dem man einen Kuchen gegen die Küchentür schleuderte (oder etwas zivilisierter nur dagegen hämmerte). Dies sollte für das kommende Jahr den Hunger aus dem Haus bannen und ist eventuell aus einem alten Opferritual für die Hausgeister entstanden.
Die dabei gesagten Sprüche variierten, kernig war jedoch die Tradition im County Kildare – dort nahm der Hausherr drei Bissen aus einem eigens gebackenen Früchtebrot, knallte es dann im Namen der Heiligen Dreifaltigkeit gegen die Eingangstür und bannte den Hunger aus Irland, um ihn gleichzeitig dem “König der Türken” an den Hals zu wünschen.

Silvester o'Connell Street in Dublin
Auch in Kilkenny wurde noch im 19. Jahrhundert gesegnet:
Fógramuid an Ghorta,
Amach go tír na d-Turcach;
Ó nocht go bliadhain ó nocht,
Agus ó nocht féin amach.
Übertragen heisst das etwa: “Wir befehlen dem Hunger, sich zurückzuziehen in das Land der Türken, von dieser Nacht an bis in zwölf Monaten und auch in dieser Nacht selbst!” Es war übrigens nicht so, dass die Iren unbedingt etwas gegen die Türken hatten – der Begriff stand für das gesamte Osmanische Reich beziehungsweise die Welt des Islam! Auch der “türkische Held” der Mummers am St. Stephan’s Day steht im Zusammenhang mit dieser Tradition.
Politisch auch heute noch korrekt sind dagegen Segenssprüche wie dieser aus dem County Limerick :
An donas amch
A’s an sonas isteach
Ó anocht go dtí bliain ó anocht
In ainm an Athar a’s an Mhic, a’s an Spirid Naoimh, Amen.
Übertragen etwa: “Glück hinein und Pech hinaus, ab dieser Nacht bis zu dieser Nacht in einem Jahr – im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen!”
Farmer mit einem Herz für Tiere (und gutem Menschenverstand) wiederholten solche Zeremonien auch im Stall, damit es im kommenden Jahr auch genug Futter für das Vieh gab. Übrigens vermied man auch, an Sylvester Essen aus dem Haus gehen zu lassen.
Nach dem Essen blieb man früher eigentlich im Haus, denn man wollte nicht unbedingt die Aktivitäten der Fairies stören, die sich über den Jahreswechsel abspielten.
Um etwas in die Zukunft zu schauen, sollten sich Mädchen Ilex und Efeu oder sogar etwas Mistel unter das Kopfkissen legen. Das, so glaubte man zumindest, wird im Traum das Bild des künftigen Ehemannes heraufbeschwören.
Seit dem 19. Jahrhundert wird das neue Jahr auch in Irland um Mitternacht gebührlich begrüsst – mit Glockengeläut, Konzerten, Feuern und allgemein üblichen Feierlichkeiten.
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