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The Wicklow Way

Stellt Euch vor, Ihr kommt am Dublin Airport an und 90 Minuten später wandert Ihr schon Richtung Süden. Kein Problem, denn der Wicklow Way macht’s möglich. Dies ist der älteste (über 30 Jahre) und mit jährlich über 24.000 Wanderern, Bergläufern und Mountain Bikern wohl auch einer der populärsten Langstreckenwanderwege Irlands und erkennbar an dem braunen Pfahl mit dem kleinen gelben Wanderer.

Wicklow Way
Die Rekordzeit für den knapp 130km langen Wicklow Way liegt bei etwas über 17 Stunden

Ihr startet am Marlay Park in Süd-Dublin und 5 – 7 Tage und 127-132km später seid Ihr hoffentlich wohlbehalten in Clonegal im Co. Carlow angekommen. Es sei denn, Ihr habt nicht so viel Zeit und macht es wie Caroline Reid, die das Ganze am 25.6.2012 in 17 Stunden, 12 Minuten und 3 Sekunden absolviert hat.

Viele Wanderer bevorzugen die Nord-Süd Variante, d.h. Ihr beginnt mit dem anstrengenderen Teil und könnt die zweite Hälfte dann etwas ruhiger angehen. Wer allerdings ein bisschen aus der Übung geraten ist, sollte vielleicht besser in Clonegal starten und sich die härteren Sequenzen für später aufheben.

Die erste Etappe bringt Euch erst einmal raus aus der Stadt und rein in die Dublin Hills mit seinen Wäldern und Granitfelsen. Nachdem Ihr die ersten Hügel hinter Euch gelassen habt, kommt Ihr nach 9km zu einer Strassenkreuzung. Sollten Durst und Neugierde zu groβ sein, macht eine Umleitung 2km ostwärts und besucht Johnnie Fox’s Pub, eines der ältesten und bekanntesten traditional Irish pubs.

Zurück auf dem Weg geht’s zum Prince William’s Seat (555m) und weiter nach Knockree. Wenn Euch die Unterkünfte in Knockree nicht gefallen, könnt Ihr auch weitere 4km östlich in Enniskerry übernachten. Einen Besuch wert sind hier die Powerscourt House and Gardens und wie wär’s denn mit dem Ritz-Carlton Hotel als Quartier?

Gut ausgeruht geht’s jetzt am Glencree River entlang und dann bergauf zu einem der Höhepunkte der Tour. Ihr erreicht nun den Powerscourt Wasserfall, mit 121m der höchste Irlands und den Powerscourt Deer Park, wo der importierte japanische Sikahirsch und das einheimisches Rotwild sich scheinbar sehr gut verstanden haben und eine gemeinsame Herde gründeten. Der Weg führt nun weiter hinauf zur Ostseite des Djouce Mountain (755m), wo die Quellen des River Dargle (Wasserfall, Richtung Osten) und des River Liffey (Richtung Westen, Dublin) entspringen. Hier war es auch, wo 1946 ein französisches Flugzeug, bedingt durch schlechte Sicht, abstürzte und wie durch ein Wunder alle 27 Insassen nahezu unverletzt blieben.

Ihr erreicht nun White Hill, den mit 650m höchsten Punkt des Weges. Von nun an geht’s bergab, vorbei an der tollen Kulisse des Lough Tay und dem Luggala (595m). Dahinter erstreckt sich das sage und schreibe 25 km² groβe Luggala Estate der Guinness-Familie.

Nächste Station ist Roundwood, Irlands höchstes Dorf (238m) mit Shops, Pubs und Restaurants. Die ersten beiden Etappen waren jeweils ca. 20km lang, dafür hat die nächste nur 12km. Trotz der Kürze gehört dieser Abschnitt zu den schönsten überhaupt. Ihr seid jetzt im Herzen der Wicklow Mountains und des Wicklow Mountains National Park.

Weiter südwärts kreuzt Ihr die berühmt-berüchtigte Military Road, die um 1800 von den Engländern erbaut wurde, um besseren Zugang zu den Bergen und den hier versteckten irischen Rebellen zu kriegen. Das Dörfchen Laragh (An Láithreach) mit guten Unterkünften, Shops und Restaurants bietet sich an, hier einen Stop einzuplanen.

Wicklow Way Glendalough
Pilgerstätte Glendalough auf dem Wicklow Way, Foto: Tourism Ireland

Weitere Wälder durchquerend liegt bald das Juwel der Wicklow Mountains vor Euch: Glendalough (Gleann Dá Loch), das Tal der zwei Seen. Habt Ihr genug Zeit, bleibt ruhig etwas hier und erkundet die wunderschöne Umgebung auf einem tollen 17km langen Rundweg, aber auch den Ort selbst mit seinen Überresten der mittelalterlichen Klosterstadt, gegründet vom heiligen Kevin im 6. Jahrhundert. Nicht zu verfehlen, denn der 35m hohe Rundturm ist kaum zu übersehen.

Weiter geht’s, meistens auf Waldwegen, am Upper Lake vorbei und hoch zum Poulanass Waterfall. Der Aufstieg führt Euch entlang des Derrybawn und weiter auf den Mullacor, um dann wieder bergab durch den Wald zu kommen, der das Glenmalure-Tal umgibt. Unterwegs habt Ihr atemberaubende Ausblicke auf die Berge und den Lugnaquilla, Wicklows höchste Erhebung (925m).

Ihr durchwandert jetzt das längste Gletschertal der britischen Inseln und kommt wieder auf die Military Road. Wenn Ihr den River Avonbeg überquert habt, seht Ihr Überreste einer englischen Kaserne, die um 1800 errichtet wurde. Kurz danach, am Anfang des Drumgoff Wood, steht eine Granitsäule, die offiziell bestätigt, dass Ihr jetzt genau die Hälfte des Wicklow Ways hinter Euch (oder vor Euch?) habt. Viele übernachten entweder in Greenan oder im mehr lebhafteren Rathdrum.

Wieder auf der Military Road erwartet Euch heute eine wieder etwas anstrengendere Tour, die zwar lang (21km), aber nicht mehr so steil ist. Mit dem Blick auf das Carlow Flachland kommt ihr in das recht hübsche Tal des Ow Rivers und zur weniger hübschen Iron Bridge. Der Weg ist jetzt wesentlich erholsamer und aus den Bergen werden allmählich Hügel. Nächster Stop ist entweder in Moyne oder in Knockananna.

Vorbei am Ballycumber Hill und Muskeagh Hill und hinter Mullinacuff habt Ihr Grund zum Feiern, denn Ihr habt die 100km geschafft. Deshalb solltet Ihr Rast in Wicklows bekanntestem Lokal machen, nämlich dem Tallon‘s Pub. Wahrscheinlich bekannter unter seinem Spitznamen „Dying Cow“. Warum? Vor über 200 Jahren soll die damalige Wirtin trotz Sperrstunde Gäste bewirtetet haben und als sie dabei erwischt wurde, behauptete sie, das seien keine normalen Gäste sondern alles nur Freunde, die ihr mit ihrer sterbenden Kuh geholfen haben. Not macht erfinderisch!

Über Feldwege oder kleine Landstrassen, an Feldern und Wiesen vorbei, geht es weiter zur nächsten Station nach Shillelagh, dem Ursprungsort des gleichnamigen traditional Irish fighting sticks, der heutzutage (meistens) als Wanderstock benutzt wird und hier immer noch aus Schlehdornholz hergestellt wird.

Eure letzte Etappe führt Euch durch den Raheenakit Forest und später entlang am Derry River nach Clonigal. Ihr habt jezt ca. 128km teilweise anstrengende aber immer schöne und interessante Wanderwege hinter Euch, die Ihr bestimmt nicht so schnell vergessen werdet. Vielleicht schafft Ihr ja noch die 5km bis nach Bunclody, um Euch wieder ein bisschen an‘s Stadtleben zu gewönnen. Von hier könnt Ihr dann bequem mit Bus Eireann (Express Way, Waterford – Dublin) wieder zurück in die Hauptstadt fahren.

Viel Spaβ!


Hier liegt der Wicklow Way – Startpunkt ist Marley Park in Süd-Dublin



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Wicklow Way

Irlands ältester Wanderweg mit 24.000 “Besuchern” pro Jahr.

  • Länge: 127-132km
  • benötigte Zeit: 5-7 Tage
  • Start: Marley Park, Co. Dublin
  • Ziel: Clonegal, Co. Carlow
  • Auf dem Weg: Glendalough

Wanderführer

Der Wicklow Way beginnt im Co. Dublin

Buchtipp zum Wandern in Irland

Dieser Rother Wanderführer wurde für die 5. Auflage komplett überarbeitet und aktualisiert. Aus dem Netz von Fernwanderwegen, Feldwegen und einsamen Fußpfaden, das die Insel überzieht, wurde eine attraktive Tourenauswahl getroffen: von der einfachen Küstenwanderung auf guten Wegen bis zur ausgedehnten Tagestour im weglosen Berggebiet.

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Bei der Vielfalt der Wanderwege in Irland werden Möglichkeiten für jedes Niveau und jede Erfahrung angeboten, immer in Landschaften von außergewöhnlicher Schönheit.

Beara Way

Der Beara Way führt durch die Beara Peninsula Halbinsel

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Burren Way

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Ganz im Westen, im Co. Mayo, entstand im April 2010 ein 18km langer Wander- und Radweg. Das war aber nur der Anfang, denn nur ein Jahr später wurde der 42,5km lange Great Western Greenway eröffnet.

Kerry Way

Für Irlands längsten Langstreckenwanderweg sollte man mindestens 9 Tage einplanen. Der Rekord liegt allerdings bei etwas über 37 Stunden.

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An der Südküste Irlands im Co. Waterford, liegt das niedliche Fischerdorf Ardmore (Ard Mór, Große Höhe) welches Startpunkt für den St. Declan’s Way ist.

Wicklow Way

Irlands ältester Wanderweg führt jedes Jahr gut 24.000 Menschen von Süd-Dublin bis in Herz des Wicklow Mountains National Park und zum Glendalough.

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