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Von Tukanen, Kängurus und Krokodilen - Ein Besuch im Guinness Storehouse

Sobald ich den ersten Raum betrete höre ich von fern das Rauschen des Wasserfalls. Ein herber Geruch liegt in der Luft. Alles wirkt durch das gedämpfte Licht leicht schummrig. Fasziniert schaue ich durch ein riesiges Holzfass nach oben und verliere mich ganz und gar in der Atmosphäre. Bis plötzlich ein schriller Ton erklingt. Der Audio-Guide fordert meine Aufmerksamkeit und will mich mit neuen Informationen rund um die einzelnen Stationen der Sehenswürdigkeit im Herzen Dublins versorgen: Willkommen im Guinness Storehouse.

Irland Reisebericht von Kathrin Bayerschen
Irland Reisebericht von Kathrin Bayerschen

2009 feierte die berühmteste Brauerei Irlands ihr 250-jähriges Jubiläum. Bereits 1759 pachtete Arthur Guinness das heute knapp 25 Hektar große Gelände der St. Jame’s Gate Brauerei im Herzen Dublins.

Und das mit unternehmerischem Weitblick, denn er unterschrieb einen Pachtvertrag für 9.000 Jahre. Auch wenn er mit dem dunklen Bier, dessen Vorbild das englische Stout-Bier war, absolutes Neuland in Irland betrat, so entwickelte sich das Getränk doch schnell zum Nationalgetränk der Iren und wird bis heute zu allen Anlässen getrunken.

Heute wird Guinness in fast 60 Ländern gebraut und ist in mehr als 100 Ländern erhältlich. Dabei wird überall ein anderes Rezept verwendet.

Ein Besuch im Guinness Storehouse, Foto: Kathrin Bayerschen
Ein Besuch im Guinness Storehouse, Foto: Kathrin Bayerschen

Dieser Entstehungsgeschichte und vor allem den Brauvorgängen hat die Brauerei im ehemaligen Hopfenspeicher in der Crane Street in Dublin ein einzigartiges interaktives Museum gewidmet, das im Gesamten die Form eines riesigen Pint-Glases hat.
Der Besucher kann sich entweder einer Führung durch das Storehouse anschließen oder auf eigene Faust, begleitet von einem Audioguide, durch die Ausstellung wandern.

Die Reise beginnt am Boden des Glases, im Atrium. Dort können die Besucher den immer noch gültigen, 9.000-jährigen Pachtvertrag, den Arthur Guinness einst unterzeichnete, in einem Glaskasten im glitzernden Boden bewundern. Er symbolisiert nicht nur den Beginn der Guinness Geschichte sondern auch den Beginn des Museums.

Im nächsten Raum findet sich das eingangs beschriebene Szenario wieder. Dargestellt sind die Zutaten, die für das Brauen des dunklen Bieres benötigt werden. Der Besucher beginnt den Rundgang an einem riesigen Becken, gefüllt mit Gerste, in die man seine Hände tauchen und intensiv fühlen und riechen kann. Vorbei an Hopfen und Hefe, die wegen ihres geheimen Stammes in einem Tresor verschlossen ist, gelangt er zum Highlight im Erdgeschoss: Dem Wasserfall, unter dem man durch gehen kann. Entgegen eines bösen Gerüchts kommt das Wasser für Guinness nämlich keineswegs aus dem Liffey, der durch Dublin fließt, sondern ist frisches Quellwasser aus den Wicklow Mountains. Viele Besucher haben Centstücke in das Wasserbecken darunter geworfen, entweder, um mehr Glück zu haben oder um noch einmal hier her zurück zu kehren.

Ein Besuch im Guinness Storehouse, Foto: Kathrin Bayerschen
Der Wasserfall im Guinness Storehouse, Foto: Kathrin Bayerschen

Über eine enge Wendeltreppe steigt der Besucher in den zweiten Stock hinauf, in dem explizit von Audiguide und aufgestellten Tafeln erklärt wird, wie Guinness gebraut wird. Zunächst wird die Gerste mit Wasser übergossen, zum Keimen gebracht und dann getrocknet. Dadurch entsteht Malz. Dieses wird mit ungemalzener, gerösteter Gerste angereichert, was bewirkt, dass das Bier seine charakteristische Farbe erhält. Die Masse wird nun gemahlen und mit heißem Wasser vermischt. Das bewirkt, dass Maische entsteht. Braumeister filtern daraus die würzige Flüssigkeit, versetzen diese mit Hopfen und lassen das Gemisch einige Stunden kochen. Hinzugegebene Hefe bewirkt die Umwandlung in Alkohol. Untermalt wird diese doch eher trockene Erklärung mit einer Ausstellung der alten Brauereimaschinen.

Ein Besuch im Guinness Storehouse, Foto: Kathrin Bayerschen
Safe im Guinness Storehouse, Foto: Kathrin Byerschen

Guinness ist weltweit so beliebt, weil es seinen ursprünglichen Geschmack auch nach langen Reisen noch beibehält. Dem Transport ist das nächste Stockwerk gewidmet. Vorbei an Pyramiden von Holzfässern und durch riesige Holzfässer hindurch, geht es zur Geschichte der Fassbinder. Einen weiteren Schwerpunkt der Etage bilden die Transportwege. Die Besucher schlendern zwischen Schiffsmodellen umher und sehen alte Filme, die den Export des Bieres zeigen.

Ein Besuch im Guinness Storehouse, Foto: Kathrin Bayerschen
Frisches Guinness, Foto Kathrin Bayerschen

Doch damit sich ein Produkt weltweit verkaufen kann, muss fleißig die Werbetrommel gerührt werden. Und das hat die Guinness Brauerei ausgiebig. Nicht nur das berühmte Guinness World Records Buch ist weltweit bekannt, auch die fantasievollen und meist heiteren Werbungen sorgen immer wieder für Aufsehen. Das große Thema Werbung und Sponsoring hat im vierten Stockwerk seinen Platz.

In Galerien kann der Besucher all die bunten Werbeplakate sehen, auf denen Tiere das dunkle Bier bewerben. Stets unter den Leitmottos „A lovely day for a Guinness“ oder “My Goodness, my Guinness”. Da balancieren Tucane das Guinness auf ihrem Schnabel, Känguruhs tauschen ihre Kinder dafür ein und ein Zoowärter muss ein Pint aus dem Rachen des Krokodils bergen. Auch eine Ausstellung aller bisher verwendeten Flaschen und Gläser kann der Besucher bewundern, bevor er ein Stockwerk höher steigt, das ganz dem Essen und Trinken gehört.

Neben weiterer Verwendung von Guinness durch originelle Rezepte, steht hier vor allem das leibliche Wohl der Besucher im Mittelpunkt. Entweder besucht man eines der Restaurants oder lässt sich in einer Bar zeigen, wie man Guinness richtig zapft. Denn so einfach, wie es scheint, ist das gar nicht.

Ein Besuch im Guinness Storehouse, Foto: Kathrin Bayerschen
Guinness Storehouse, Foto: Kathrin Bayerschen

Schließlich wartet im siebten Stockwerk ein weiteres Highlight des Museums: Die Gravitiy Bar hoch über den Dächern von Dublin. Zum Abschluss seines Rundgangs bekommt hier jeder Gast ein gut gefülltes, frisch gezapftes Pint Guinness serviert. Und während man das samtschwarze Nationalgetränk Irlands genießt, fällt vielleicht ein seltener Sonnenstrahl auf den Liffey, der sich durch die quirlige Hauptstadt schlängelt. Und verschafft jedem Besucher so zusammen mit dem Ausblick einen wunderbaren Ausklang des Besuchs im Guinness Storehouse.

Text und Photos: Kathrin Bayerschen


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