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Auf der Suche nach dem wahren Irland

Reisebericht März 2012 - Dublin, Co. Galway und Co. Clare

“Nice to meet you!” noch nie hatte mich ein fremder Mensch so begrüßt. Zu erwarten ist das wohl in keinem anderen Teil der Welt, außer in Irland.

Irland Reisebericht von Thomas Rieck
Irland Reisebericht von Thomas Rieck

Von oben fiel mir sofort das grünere Grün ins Auge, wir waren ja nun seit einigen Monaten nur noch grau gewöhnt – es war Anfang März in Irland.

In Dublin angekommen, beschlossen wir, jeweils mit einem riesigen Rucksack bepackt, die ersten Meter auf der Insel zu Fuß zu erkunden. Wir verzichteten auf den „Dublin Bus“ und sparten uns die 2,10 EUR für die Fahrt ins City Center.

Die Technik des Bezahlvorgangs lernten wir später kennen.

Der ca. 10 km lange Marsch kam mir irgendwie so vertraut vor. Ich meinte zu meiner Schwiegermutter, dass ich hier schon mal war. Google Earth macht´s möglich.

Temple Bar Dublin, Irland
Temple Bar Dublin, Irland

An unserem Hostel angekommen entledigten wir uns unseres Gepäcks und starteten Richtung Dublin Nightlife – in den teuersten Bezirk der Metropole – genannt Temple Bar. Mein Abendessen, bestehend aus einer ordentlichen Portion Fish & Chips und zwei Pints, kostete dann schlappe 25,- EUR. Ein Einheimischer meinte später zu mir, dass es dort eigentlich nur Touri-Abzocke sei und wir im Westen auf erschwinglichere Preise hoffen können.

Am nächsten Tag ging´s dann los. Full Irish Breakfast mit „Dublin´s best coffee“ in einem kleinen Cafe eingenommen und dann schnell Richtung Bus Stop. Hier platzte wieder die „german Pünktlichkeit“ aus uns heraus. Wir hatten zwar noch genügend Zeit, aber es galt noch die richtige Haltestelle zu finden. Diese befinden sich größtenteils alle um den Fluss Liffey an den verschiedenen „Quays“. Nun war endlich unser Bus der Linie von „goBus“ da und als Inhaber einer Onlinereservierung hatten wir unseren VIP-Status und hatten den Vortritt. Für die einfache Strecke Dublin – Galway haben wir 10,- EUR pro Person investiert und bekamen einen ordentlichen, sauberen und mit WC und kostenlosem WiFi ausgestatteten Reisebus präsentiert. Kostenloses Internet via WiFi und facebook sind in Irland so präsent wie in Bayern die Weißwurst.

Galway Bay, Irland
Galway Bay, Irland

Galway zeigte sich bei unserer Ankunft 2,5 Std. später von seiner schönsten Seite. Sonne satt bei 18° C und eine frische Atlantikbrise luden uns dazu ein, auf dem Eyre Square, dem „central point of interest“ zwischen Primeln und Narzissen zu verweilen. Den kleinen Fischerhafen in Galway haben wir uns für den Nachmittag nach Hostel Check-In und einem Einkauf bei Lidl (!) aufgehoben.
Die frische Brise hatte sich nun mittlerweile in einen ordentlichen Westwind verwandelt. Das hielt mich jedoch nicht davon ab, direkt den Strand der „Galway Bay“ anzupeilen. Das Meer hatte sich, wie jedes Mal, zurückgezogen. Es herrschte Ebbe. Im Rücken hatte ich einen herrlichen Blick auf die bunten Hafenhäuser, welche auf jeder Postkarte der Stadt zu sehen sind. Im Westen erleuchtete die Promenade des Stadtteils Salthill in der goldenen Nachmittagssonne. „Hier könnte man es wirklich aushalten“ waren unsere Gedanken. Auf dem Rückweg gelangten wir durch die Shop-Street. Eine Art Fußgängerzone mit kleinen Läden, Pubs und Cafes. Keines der Häuser hatte mehr als fünf Stockwerke, das machte die Passage noch liebenswerter, da man hier nicht so erschlagen wurde. Natürlich waren an vielen Ecken auch Musiker anzutreffen, welche die Gassen mit schönen irischen Melodien erfüllten.

Galway Hafen, Irland
Galway Hafen, Irland

Den Abend verbrachten wir in einem bereits in Deutschland herausgesuchten Pub bei einem trad – evening. Traditionelle Musik, gemütliches Ambiente, nette Gäste, unterhaltsame Barkeeper und bezahlbares Guinness, 3,80 EUR, machten diesen, sowie einen darauf folgenden Abend absolut gelungen. Ich glaube, wir waren die einzigen Deutschen dort, an diesem Abend fühlten wir uns als echte Iren. So wurden wir dort angenommen. Neue Freunde findet man im Pub. …und draußen wütete der Sturm.

Cliffs of Moher, Irland
Cliffs of Moher, Irland

Am noch feuchten aber sonnigen nächsten Morgen starteten wir für 20,- EUR pro Nase mit der Galway Tour Company einen Trip ins County Clare. Ein sehr sympathischer und redseliger Busfahrer führte uns über Dunguaire Castle und The Burren zu den Cliffs of Moher – ein absolutes MUST-SEE! The Burren, bedeutet soviel wie der „Steinerne Platz“, ist eine Landschaft, wie man sie hierzulande wohl nicht finden kann. Es hat etwas von einer anderen Welt: endlos lange Steinplatten, zerklüftete Steilhänge, die direkt ins Meer münden und kein einziger Baum weit und breit.
Die typischen „Stonewalls“ sind nun überall präsent. Hier und da stehen Schafe genügsam im irischen Wind. Unser Bus drängt sich mit regelmäßigen Foto-Stops durch die schmalen Straßen, links neben mir erhebt sich steil eine Felswand, rechts, über dem Meer taucht nun ein großer Regenbogen auf. Nun liegt auf einmal etwas sehr Mystisches in der Luft. Wie war das mit den Goldtöpfen am Ende des Regenbogens? Hey, wir sind in Irland, warum sollte da nicht ein bisschen Wahrheit dran sein?

Stonewall - Mauer aus Stein in Irland
Stonewall - Mauer aus Stein in Irland

Majestätisch tauchen vor meiner Kameralinse nun die Cliffs of Moher auf. Riesig! Gigantisch! Mir fehlen die Worte…
Nun war ich da, hier hat es mich unbekannterweise ein Leben lang hingezogen. Jetzt weiß ich warum. Glücklich… hier ist mein Irland!
Diese Klippen zu beschreiben ist fast nicht möglich. Einen kleinen Eindruck können Bilder verschaffen, aber man muss unbedingt da gewesen sein. Dort gibt es neben ein paar Souvenirshops auch ein Cafe und eine Art Doku-Zentrum. Alles in die Felsen eingearbeitet. Hier und da sitzt ein alter Mann mit seiner Irish flute zwischen den all gegenwärtigen Raben. Es könnten allerdings auch Krähen gewesen sein. So, nun will ich mal ganz nah an die Klippen. Überall stehen zwar Warnschilder und eine Art Zaun aus Steinplatten, jedoch hat der schlaue Tourist einen Übergang gefunden auf dem er ohne viel Klettern ganz nah ran kommt. Das kann ich auch. Die Kamera in der Hand stehe ich ein Bein an den Rand gestreckt da und versuche ein paar Aufnahmen der 200 m – Tiefe zu machen. Etwas weich sind meine Knie schon geworden, meine Schwiegermutter konnte gar nicht hinsehen.

Nach ausreichenden zwei Stunden Aufenthalt ging es auf dem Rückweg an der keltischen Vorzeit vorbei. Mittlerweile regnet es wieder, ich war aber froh, aus dem Bus heraus zukommen. Die kleinen kurvenreichen und mit Schlaglöchern übersäten Straßen machten meinem Magen schwer zu schaffen. Der Snack einer vor mir sitzenden Engländerin tat dann sein übriges. Wie dem auch sei, ich stand nun als erster unserer Gruppe am Poulnabrone Dolmen, einem Steingrab aus der Jungsteinzeit zwischen 3.800 und 3.200 v.Ch. Wie beeindruckend groß diese Dinger auch immer wirken, wenn man davor steht, ist selbst mein Gartenschuppen größer. Aber etwas anderes beeindruckt mich mehr. Da ist es wieder, das Mystische… kaum vorzustellen, dass hier vor 6.000 Jahren Menschen den Geistern der Natur gehuldigt haben. Reste von Bestattungen aus dieser Zeit wurden in den 1980ern gefunden.
Es geht weiter zu einem Stone circle, einem Kreis aus Steinen, welcher als solches vom Laien nicht erkannt wird. Ich kann leider auch nicht mehr sagen, wie dieser Ort hieß. Die Anlage, größtenteils von Bäumen überwurzelt, soll wohl mindesten genauso alt sein, wie das Steingrab.
Es wurde langsam dunkel in The Burren, der Busfahrer hatte mittlerweile auch seinen Redefluss gebremst und wir verließen zu den langsamen Flötenmelodien aus dem Radio die geheimnisvolle Landschaft Richtung Galway.

Poulnabrone Dolmen, Irland
Poulnabrone Dolmen, Irland

Den letzten Abend vor unserer Rückfahrt nach Dublin verbrachten wir wieder in „unserem Pub“ An pucan Bar in der Forster Street. Die Stimmung war nun noch ausgelassener, das Guinness schmeckte an diesem Abend auch besser als sonst. Als ich mit einer Dame aus dem Co. Kerry (da wo die Butter herkommt) ins Gespräch kam, dauerte es keine fünf Sekunden, schon stand ich mit ihr mitten im Pub auf der Tanzfläche, und das ganze nur, weil ich angemerkt hatte, dass ich das gespielte Lied auch kenne. Das spiegelt die Persönlichkeit der Iren wieder, unkompliziert, spontan und gastfreundlich. Das war der beste irische Abend meines Lebens.

Am Nachmittag des folgenden Tages stand die Rückfahrt nach Dublin auf dem Plan. Ziemlich geschafft spulten wir im Bus die 200 km ab. Zurück in der Hauptstadt spürten wir wieder das hektische Treiben und den britischen Einfluss. Wieder ein Fußmarsch. Endlich in unserem Bed & Breakfast angekommen wurden wir so herzlich empfangen, ich konnte es nicht glauben. Wenn man in Deutschland um 20.15 Uhr in einer Pension auftaucht, bekommt man mit ein bisschen Glück gerade noch den Schlüssel ausgehändigt. Unsere Gastwirtin, Moira, hat uns erst mal unsere Kleidung und unser Gepäck ablegen lassen und uns noch einen frischen Kaffee oder Tee angeboten. Ich fragte nach den Formalitäten und der Bezahlung, Antwort: „Tomorrow, take it easy!“ Ich werde in Zukunft auf Hostels verzichten, hier ist es viel persönlicher, komfortabler und und und. Die Nacht hat gerade mal 10 EUR mehr gekostet als die in einem Hostel im Zweibett-Zimmer. Der 10er war dann für´s Frühstück außerhalb auch aufgebraucht. Bei Moira gab´s das alles inklusive. Hier werde ich definitiv noch einmal übernachten. Am nächsten Morgen wollten wir die letzten Meter auf irischem Boden nicht mehr zu Fuß zurücklegen. Wir entschieden uns diesmal für den Dublin Bus. Okay, wie versprochen hier nun die Busprozedur: Möchtest du mit dem einfahrenden Bus mitfahren, zeige dies deutlich mit einem Handzeichen. Bloßes Warten an der Haltestelle interessiert niemanden. Eine Art Urne befindet sich direkt unterhalb des Busfahrers. Ein Ticketautomat würde Wechselgeld geben, daher Urne. Am besten Geld passend einwerfen und irgendwo in der Nähe kommt dann ein Ticket heraus.

Am Airport angekommen, blickten wir noch einmal mit Wehmut auf die vergangenen Tage zurück. Das würde nicht mein letzter Besuch in Irland bleiben. Wir hoben ab und ließen die Insel in der Mittagssonne hinter uns.

Text und Fotos: Thomas Rieck

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