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Belfast lockt ...

Trotz der Überreste der „Troubles“ in Belfast besuchte unsere Mitarbeiterin Kiran Mehta die Stadt und entdeckte, dass sie nicht nur sicher ist sondern auch viel „craic“ hat. Hier ihr Bericht.

Wandbild in Belfast, Nordirland
Wandbild in Belfast, Nordirland

Meine Reisepläne waren vorgezeichnet – von Mumbai/Indien zur Republik Irland und dann weiter nach Belfast. In ein paar Tagen sollte ich die 2. Etappe meiner Reise antreten. Ich hatte schon gelernt die Bodhran zu spielen, Irish Coffee zu machen und Guinness Bier probiert. Doch plötzlich, inmitten der guten Zeit wurde ich mit dem Albtraum jedes Reisenden konfrontiert und meine Reisepläne schienen gefährdet. Bei strahlendem Sonnenschein erwachte ich in der Republik und erfuhr von erneuten sektiererischen Zusammenstößen in Belfast, meinem nächsten Ziel – und machte mich auf den Weg.

Von Dublin kommend fiel mir als erstes ein großer Unterschied auf: der Akzent, der so gar nicht britisch klingt. Im Gespräch mit einem Einheimischen im Zug beschrieb er es so: Unser Akzent klingt fast wie schottisch, nur nicht so lebhaft. Und ich wusste, dass der legendäre irische Humor trotz der Spaltung des Landes keine Grenze kennt.

Start mit Schwarz – die Tour mit dem schwarzen Taxi

Eine schicke Tour durch die Stadt mit einem ehemaligen politisch Gefangenen? So werben manche der schwarzen Taxis. Mein Reiseführer Billy Scott hatte zwar keine derartigen Erfahrungen, war aber ein Quell von Informationen. In typischer Art der Belfaster mischte er Fakten mit witzigen Anekdoten und unterhielt mich während der gesamten Fahrt.

Say a l`il prayer for me – St. Anne Kathedrale

Da ich aus einer Kultur stamme, in der jeder Tag mit einem kleinen Gebet beginnt war es nur natürlich, dass ich meine Tour mit der Kathedrale St. Anne begann. Ich kniete nieder und flüsterte ein Gebet. Als ich gerade fertig war informierte Billy mich, dass St. Anne eigentlich gar keine Kathedrale ist. Das Wort Kathedrale wird aus dem griechischen Wort „Kathedra“ abgeleitet, was „Sitz“ bedeutet. St. Anne bedient die beiden Diözesen Connor und Down & Dromore, ist aber von keiner der Sitz und damit im wahrsten Sinne des Wortes keine Kathedrale.

Interessanter als diese Spitzfindigkeiten ist die Architektur der Kathedrale. Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1899 übernahmen eine Handvoll Architekten die Leitung des Baus bis zur Vollendung im Jahr 1932. Der letzte Anbau wurde erst im Jahr 2007 fertiggestellt. Die 40 Meter hohe Spitze aus Edelstahl, der „Kirchturm der Hoffnung“, wird jede Nacht beleuchtet und ist aus der ganzen Stadt zu sehen. Sie ist aber mehr als eine hübsche Dekoration, sie steht für unsterbliche christliche Hoffnung.

Trotz des Turms erscheint die Architektur von außen enttäuschend einfach, erst beim Eintreten sieht man die Arbeiten der verschiedenen Künstler. Marmormosaiken, das größte keltische Kreuz Irlands, bunte Glasarbeiten und andere beeindruckende Arbeiten. Die unterschiedlichen Elemente fügen sich mühelos zusammen und erzeugen ein Gefühl der heiteren Ruhe. Selbst wenn Sie nicht gläubig sind, werden Sie dieses Gefühl spüren können.

Nimm einen Schluck- Crown Bar Liquor Saloon

Eigentlich war ich etwas besorgt, schon am frühen Nachmittag eine Bar zu besuchen. Aber Billy überzeugte mich: In Belfast ist es nie zu früh für einen Drink! Die Crown Bar ist opulent ausgestattet und gleichzeitig gemütlich. Der National Trust übernahm sie im Jahr 1978 und unterzog sie einer Renovierung, die 400.000 Pfund kostete, um sie in altem viktorianischen Glanz erstrahlen zu lassen. Da soviel Geld investiert wurde ist die Bar nun mit Mosaik- Fußböden, brokatbehangenen Wänden und reich verzierten Spiegeln ausgestattet. Die Iren wissen ja, wie man es sich gut gehen lässt und die Crown Bar ist ein angesagter Ort um das echte „craic“ zu erleben. Der Pub verfügt auch über ein mystisches Element: die Geschichte einer Frau namens Amelia, die eines Tages von der Treppe vor der Bar fiel, sich das Genick brach und sofort tot war. Bis heute soll sie hier angeblich gesehen werden.

Das Ding mit dem Ring – das Fanal der Hoffnung

Am Thanksgiving Platz bewunderte ich eine hohe Metallfigur, eine Frau, die einen Ring hält. Auf meine Frage, wie sie heißt antwortete Billy: Das ist das Ding mit dem Ring! Ich fand heraus, dass diese 19,5 Meter hohe Skulptur im Jahr 2007 von Andy Scott angefertigt wurde.

Momentan ist sie die größte Skulptur in Belfast und hat noch weitere Spitznamen: Nuala with the Hula und the bell on the ball. Offiziell ist sie „das Fanal der Hoffnung“. Der Globus zu ihren Füßen steht für eine universelle Philosophie von Frieden, Harmonie und Danksagung. Auf der Oberfläche sind die Städte markiert, in die Menschen und Industrieprodukte aus Belfast migrierten.

Das Ding mit dem Ring – das Fanal der Hoffnung in Belfast, Nordirland
Das Ding mit dem Ring – das Fanal der Hoffnung in Belfast, Nordirland

Auf Wände geschrieben – die Mauern von Belfast

Die Wände bestehen weiterhin als Erinnerung der unruhigen Geschichte Belfasts. Zwischen den 1960 und 1990 war Nordirland geteilt zwischen Nationalistischen Katholiken und Protestantischen Unionisten. Während dieser Zeit des Nordirlandkonflikts nutzten beide Seiten die Mauern um ihre politischen Ansichten auszudrücken. Eine einfache Wand konnte so alles über die politischen Ansichten der Leute im Viertel erzählen. Das Karfreitagsabkommen beendete die Fehde 1998.

Hier stand ich also ein paar Tage nach den erneuten kleinen Zusammenstößen in einem protestantischen Gebiet. Es gab keine Spur von Gewalt und ich fühlte mich absolut sicher.

Viele der Mauern sind mit Symbolen für Frieden, Harmonie oder Botschaften zur religiösen Toleranz bemalt. Es gibt tatsächlich eine „Friedensmauer“, auf die jeder Besucher eine Botschaft oder einfach seinen Namen schreiben kann. Es scheint, dass nur die Iren den Vandalismus zu etwas Gutem führen können.

Drei Stunden später verabschiedete sich Billy. Mit seinen Informationen hatte ich nun eine gute Chance, ein paar Pints zu gewinnen – sollte ich an einem Pub-Quiz teilnehmen …

Von einer wichtigen Sache wusste ich bisher aber nur wenig – so machte ich mich auf den Weg zum Titanic Viertel für eine Titanic-Tour.

Text: Kiran Mehta
(Kiran Mehta ist Reisejournalistin aus Mumbai / Indien. Sie schreibt auch für: Times of India Group, Irish Examiner, Newsquest, BBC Good Homes etc.)

Bilder von Belfast:

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