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Galway - Irlands pulsierende Partyhauptstadt

Größenmäßig liegt Galway hinter Dublin und Cork. Doch in punkto Kunst-, Musik- und Pubkultur avanciert die Universitätsstadt an der Westküste jedoch unumstritten zur heimliche Hauptstadt Irlands, ja, zu einer Kapitale der Festivals und der gälischen Kultur.

Urige Pubs, moderne Bars und Clubs bestimmen gleichermaßen das Nachtleben in einer der reizvollsten Städte der Grünen Insel. Doch Galway hat weit mehr zu bieten als ein grandioses Party- und Nachtleben.


Galway Cathedral

Für Freunde traditioneller Irish Folk Musik ist die berühmte Crane Bar in der Sea Road erste Anlaufstelle in Galway. Allabendlich gibt sich hier die Creme de la creme des Irish Folk ein Stelldichein, während im Roisin Dubh (www.roisindubh.net) an der Dominick Street das gesamte musikalische Spektrum von Countrymusic über Rock bis zu den Klängen russischer Zigeuner auf dem Programm steht.

Einen Besuch wert in Galway – und dies nicht nur für durstige Kehlen – ist The Quays. Die alteingesessene Kneipe in der Quay Street wirkt von außen eher unscheinbar. Von innen entpuppt sie sich aber als eine der spektakulärsten Schänken der Insel. Die Kneipe besteht zum Teil aus einer alten Klosterkirche. Musiker spielen nicht auf einer Bühne, sondern von einer von Orgelpfeifen überragten Kanzel.

Doch Galway hat weit mehr zu bieten als ein grandioses Party- und Nachtleben. Der Aufschwung von Galway begann zwischen 1232 und 1243, als die Engländer die irische Provinz unterwarfen und Richard de Burgo am River Corrib eine Festung errichtete. Ab 1484 wurde die Stadt ganz wesentlich durch die einflussreiche Familie Lynch geprägt, die über 169 Jahre nicht weniger als 83 Bürgermeister in Folge stellten. Sitz der Familie war Lynch´s Castle aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Heute ist im ehemaligen Stadtpalast der Lynchs eine Bank untergebracht.


River Corrib

Die Familie, die zu den mächtigsten des Landes zählte, half auch, der Stadt traurige Berühmtheit zu verschaffen. Denn Galway gilt als Geburtsort der Lynchjustiz: Bürgermeister James Lynch Fitz Stephen knüpfte 1493 eigenhändig seinen Sohn Walter auf, nachdem dieser aus Eifersucht einen spanischen Studenten ermordet hatte und der Henker von Galway nicht die Courage besaß, an dem Sprössling der mächtigen Familie sein Handwerk zu exekutieren. Eine Gedenkplatte an einem Torbogen in der Market Street, dem so genannten Lynch Memorial Window, erinnert noch heute an dieses Ereignis.

Gegenüber dem Gedenkfenster lebte Nora Barnacle, die spätere Frau von James Joyce , bis 1904 in dem Haus 8 Bowling Green. Heute ist hier das beschauliche Nora Barnacle House Museum untergebracht, in dem neben dem Mobiliar Fotos und Briefe des berühmten Paares ausgestellt sind.

Im Jahr 1320 ließ die Familie Lynch die St. Nicholas Church, benannt nach dem Schutzheiligen der Reisenden, errichten und in den darauf folgenden Jahrhunderten mehrfach umbauen. Der Überlieferung nach soll Christopher Columbus hier im Jahr 1492 an einem Gottesdienst teilgenommen haben, bevor er aufbrach, um den Seeweg nach Indien zu erkunden und dabei zufällig Amerika entdeckte.


Eyre Square in Galway

Im Herzen von Galway befindet sich der Eyre Square, ein Straßenquadrat, das eine zentral gelegene Grünanlage umrahmt. Diese trägt heute den Namen John F. Kennedy Park in Erinnerung an den ermordeten amerikanischen Präsidenten, der hier 1963 eine Rede hielt und zum Ehrenbürger von Galway ernannt wurde. Im Herzen des Parks sticht der Quincentennial Fountain ins Auge. Der eigenwillige Brunnen wurde anlässlich des 500jährigen Stadtjubiläums 1984 errichtet und stellt mit seinen riesigen Metallstücken die Segel eines Hooker´s, eines typischen Fischerboots, dar.

Ein Hauch von Mittelalter liegt über dem Spanish Arch. Das am Ufer des Corrib gelegene Bauwerk stammt aus dem Jahre 1584 und stellte ursprünglich eine Erweiterung der Stadtmauer dar, deren Reste ebenfalls hier zu besichtigen sind. Direkt angrenzend befindet sich das City Museum. Dieses ist in den ehemaligen Studios von der Künstlerin und Schriftstellerin Clare Sheridan (1885-1970) untergebracht. Letztere war nicht allein für ihre Arbeiten bekannt, sondern auch für ihre zahlreichen Romanzen und ihren Glauben an die „freie Liebe“ bekannt war. Der Cousine von Sir Winston Churchill sollen unter anderem Trotzki, Mussolini, Charlie Chaplin und Kemel Atatürk den Hof gemacht haben.

Aufgrund der Mischung verschiedener Baustile ist die weithin ins Auge fallende Galway Cathedral von zweifelhafter Schönheit. Das Gotteshaus wurde zwischen 1957 und 1965 nach Plänen des Dubliner Architekten John J. Robinson auf dem ehemaligen Standort des Stadtgefängnisses errichtet. Zu ihr gelangt man über die Salmon Weir Bridge (1818), eine der drei Brücken der Stadt über den Corrib, von der im Sommer Lachse beobachtet werden können, wie sie durch das Wehr springen und ihren Weg stromaufwärts zu den Laichgründen nehmen.

Überaus sehenswert in Galway ist der historische Teil des University College. Auf Initiative von Robert Peel, der auch als Begründer der ersten irischen Polizeitruppe, der Peelers, bekannt wurde, wurde die Universität 1845 als Schwestercollege der Dubliner Queen´s University of Ireland gegründet. Am 30. Oktober 1849 nahm die Lehranstalt ungeachtet der Großen Hungersnot mit 69 Studenten den Betrieb auf. Noch heute können am University College von Galway, an dem knapp 9.000 Studenten eingeschrieben sind, die Examen in gälischer Sprache abgelegt werden.

Bekanntester Verkaufsschlager aus Galway ist der Claddagh Ring, der in allen Schmuck- und Souvenirläden der Stadt feilgeboten wird. Den Ring ziert ein Herz mit einer Krone, das von zwei Händen gehalten wird. Zeigt die Krone zur Fingerspitze symbolisiert der Ring, dass Mann/Frau vergeben ist. Zeigt die Krone zur Handfläche, ist der Träger noch auf Freiersfüßen und folglich zu haben.

Über den Ursprung des Claddagh Rings gibt es verschiedene Theorien. Gemäß einer populären Erzählung soll die reiche Witwe Margaret Joyce, die 1596 Oliver Og French, den Bürgermeister von Galway in zweiter Ehe zum Mann nahm, mit ihrem Vermögen Bedürftige unterstützt haben. Eines Tages soll ein vorbei fliegender Adler den Claddagh Ring als Zeichen der Anerkennung für dieses mildtätige Engagement in ihren Schoss fallengelassen haben.


Galway Oyster Festival

Festivals:

Ein kulinarischer Leckerbissen verspricht in jedem Herbst das Galway Oyster Festival (September) zu werden, wenn sich die Universitätsstadt im wahrsten Sinne des Wortes „in Schale“ schmeißt.

Wobei sich Letzteres nicht vornehmlich auf modische Kleidung, sondern vielmehr auf Austern bezieht.

Das Fest rund um die schmackhaften Meeresmuscheln beginnt mit einem Champagner-Empfang und gipfelt in einer obligatorischen Parade und den Weltmeisterschaften im Austern-Öffnen.

Informationen:

Galway Oyster Festival, Áras Failte, Galway Telefon: 00353-91-522066,
Internet www.galwayoysterfest.com

Dieser Galway Bericht ist von Karsten-Thilo Raab

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Fakten über Galway:

Galway

Galway (Na Gaillimhe) – eines der Irland Counties in der Provinz Connacht, 5939 Quadratkilometer, etwa 208.826 Einwohner. County Town ist Galway, Autokennzeichen G.

Naturschönheiten: Lough Corrib und Lough Derg, die Maumturk und die Slieve Aughty Mountains, die Twelve Pins (Bergkette), die Flüsse Shannon und Suck, dazu offshore die Aran Islands.

Historische Stätten: Die Aran Islands (vor allem die alten Kirchen und Befestigungen), die Kathedrale von Clonfert und die St. Nicholas Church in Galway, Portumna Castle und Kilmacduagh.

Touristentreffpunkte: Der Ort Clifden und Malachy’s Workshop in Roundstone (Mekka der traditionellen Trommler und Anbieter des besten Bread Pudding westlich von Dublin!).

Typische Produkte: Chemikalien, Stoffe, Kleidung, Nahrungsmittel, Elektronik und IT, technische Produkte allgemein.



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